Höherer BMI durch "Jetlag" beim Essrhythmus

Viele Menschen genießen am Wochenende die Möglichkeit, auszuschlafen und ein spätes Frühstück zu sich zu nehmen. Ein spanisches Forschungsteam hat allerdings festgestellt, dass ein "Jetlag" im Ernährungsverhalten zu einem höheren BMI führen kann.

Abweichende Essensmuster können Körper wie unterschiedliche Zeitzonen verwirren

Viele Menschen genießen am Wochenende die Möglichkeit, auszuschlafen und ein spätes Frühstück zu sich zu nehmen. Aber was bewirkt diese Verzögerung eigentlich im Körper? Ein spanisches Forschungsteam hat jetzt festgestellt, dass ein "Jetlag" im Ernährungsverhalten zu einem höheren BMI führen kann.

Das Zusammenspiel des zirkadianen Rhythmus und der Nahrungsaufnahme im Hinblick auf Gewichtszunahme und Übergewicht ist bekannt. Wenig erforscht war allerdings bislang der Einfluss der Abweichungen zwischen dem Ernährungsrhythmus unterhalb der Woche und den Wochenenden hinsichtlich des BMI. Spanische ForscherInnen fanden im Rahmen einer aktuellen Studie heraus, dass diese Abweichungen den Körper auf ähnliche Weise verwirren können, wie die Anpassung an verschiedene Zeitzonen.

In der Studie, die in der Fachzeitschrift "Nutrients" publiziert wurde, griffen die ForscherInnen auf Daten von über 1.100 StudienteilnehmerInnen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zurück. Die Studie wurde im Zeitraum von 2017 bis 2019 durchgeführt. Die befragten Studierenden machten Angaben zu ihrer Größe sowie ihrem Gewicht und berichteten über ihre Essgewohnheiten unterhalb der Woche und an Wochenenden in laufenden Semestern.

Risiko für deutlich höheren BMI ab Abweichung von 3,5 Stunden

Anhand dieser Angaben konnten die ForscherInnen ermitteln, wie lange die ProbandInnen unterhalb der Wochen und an Wochenenden im Durchschnitt aßen und wie viel Zeit zwischen der ersten und letzten Mahlzeit des Tages lag. Um den individuellen "Jetlag" der StudienteilnehmerInnen zu ermitteln, nutzten die ForscherInnen eine einfache Formel: Die Essensabstände unterhalb der Woche wurden von den Essensabständen an den Wochenenden abgezogen.

Unabhängig vom Chronotyp und dem körperlichen Jetlag-Gefühl konnten das Forschungsteam einen deutlichen Zusammenhang zwischen Essen-Jetlag und erhöhtem BMI erkennen (p = 0,008). Die Schwelle, ab welcher der BMI-Wert deutlich anzusteigen drohte, lag bei einer Abweichung von 3,5 Stunden.

Biologische Uhr ist daran gewöhnt, regelmäßigen Mustern zu folgen

Mit der gleichen Formel berechneten die ForscherInnen die einzelnen Jetlags hinsichtlich Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Wenig überraschend waren die Abweichungen der Frühstückszeiten am Wochenende am höchsten. Durch längeres Schlafen nahmen 64% der ProbandInnen ihr Frühstück im Vergleich zum Wochentakt über eine Stunde später zu sich. Bei 22% aus dieser Gruppe betrug die Verzögerung des Frühstücks sogar über zwei Stunden.

Zu ihren Beobachtungen merkten die ForscherInnen an: "Der zirkadiane Rhythmus setzt sich aus einer primären inneren Uhr und einem Netzwerk peripherer Taktgeber zusammen, die allesamt nach einer hierarchischen Struktur geordnet sind." Trinitat Cambras, eine Mitverfasserin der aktuellen Studie, fügte hinzu: "Unsere biologische Uhr läuft wie eine Maschine: Sie ist daran gewöhnt, täglich den gleichen physiologischen und metabolischen Mustern zu folgen."

Regelmäßige Ernährungsmuster spielen wichtige Rolle für das Körpergewicht

Für das Forschungsteam liefern die Ergebnisse der Studie einen deutlichen Beleg, wie stark sich abweichende Ernährungszeiten unterhalb der Woche und an Wochenenden auf die Entwicklung von Übergewicht auswirken. Ihrer Ansicht nach sollte dieser Faktor somit dringend in Ernährungspläne zur Verhinderung von Übergewicht in der Allgemeinbevölkerung aufgenommen werden.

Maria Izquierdo Pulido, die leitende Studienautorin, resümierte: "Natürlich sind gesunde Ernährung und sportliche Betätigung nach wie vor zwei entscheidende Faktoren bei der Prävention von Übergewicht. Allerdings weist die Studie darauf hin, dass auch regelmäßige Ernährungsmuster eine wichtige Rolle für das Körpergewicht spielen."

Quelle:
Zerón-Rugerio MF et al., Eating Jet Lag: A Marker of the Variability in Meal Timing and Its Association with Body Mass Index. Nutrients 2019, 11(12), 2980; https://doi.org/10.3390/nu11122980

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