Höheres Brustkrebs-Risiko durch täglichen Milchkonsum?

Die Studienergebnisse eines amerikanischen Forschungsteams weisen darauf hin, dass schon eine Tasse Milch pro Tag bei Frauen das Brustkrebsrisiko um 50 Prozent erhöhen kann.

Ein beliebtes Grundnahrungsmittel auf dem Prüfstand

Für viele Menschen weltweit gehört das Glas Milch zum Frühstück oder der Schuss Milch im Kaffee zum festen Bestand des Alltags. Die Studienergebnisse eines amerikanischen Forschungsteams weisen allerdings darauf hin, dass schon eine Tasse Milch pro Tag bei Frauen das Brustkrebsrisiko um 50 Prozent erhöhen kann.

"Trink bitte deine Milch, die ist gut für deine Knochen." Diesen Satz dürfte vermutlich jeder im Verlauf der Kindheit mehrfach von den Eltern gehört haben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Konsum des beliebten Molkereiprodukts viele Menschen ein Leben lang begleitet. Ist der durchschnittliche Milchkonsum im Jahr 2018 verglichen mit dem Vorjahr auch um 3,1kg gesunken, so liegt in Deutschland der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkmilch nach wie vor bei 50,6kg.1

Doch auch wenn der Konsum von Milch für den Knochenbau von Kindern wichtig ist, kann das tägliche Trinken von Milch bei Erwachsenen auch zu einigen Nachteilen führen. Das legt zumindest das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Studie2 nahe. Auf Basis einer umfangreichen Kohortenstudie konnte das Forschungsteam erkennen, dass bei Frauen bereits eine Tasse Milch am Tag mit einem um 50 Prozent erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung stehen kann.

Je höher der Konsum, umso größer das Brustkrebs-Risiko

Als Studiengrundlage konnte das Team auf die Daten von beinahe 53.000 nordamerikanischen Frauen ohne zugrundeliegende Krebserkrankung mit einem Durchschnittsalter von 57,1 Jahren zu Studienbeginn zurückgreifen. Die Frauen wurden über einen Zeitraum von 7,9 Jahren beobachtet. Zur Datenerhebung wurden bei allen Studienteilnehmerinnen Fragebögen zum Milch-Konsum-Verhalten und bei 1.011 Frauen zusätzlich sechs strukturierte 24-Stunden-Ernährungsrückrufe ausgewertet.

Insgesamt konnten die Forschenden in der Folgezeit 1.057 neue Brustkrebserkrankungen erkennen. Dr Gary Fraser, der leitende Studienautor, kommentiert die Ergebnisse gegenüber dem Online-Nachrichtenportal "ScienceDaily": "Schon bei einer Viertel- bis Dritteltasse Milch pro Tag war das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent erhöht. Bei einer täglichen Tasse Milch stieg das Risiko auf 50 Prozent an, bei zwei oder drei Tassen sogar auf 70-80 Prozent."3

Sexualhormone der Kühe als Faktor für erhöhtes Krebsrisiko vermutet

Hinsichtlich der Studienergebnisse machte es keinen Unterschied, ob es sich um Milch mit hohem oder geringen Fettanteil handelte. Eine gute Nachricht hingegen: Das Forschungsteam konnte keine Anzeichen für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch den Konsum von Käse oder Joghurt erkennen.

Fraser vermutet hinter dem vermehrten Auftreten von Brustkrebs bei Milchkonsum den Anteil an Sexualhormonen in der Milch. In vielen Fällen seien 75 Prozent der Milchkühe schwanger. Der Forscher wird bei "ScienceDaily" zitiert: "Milch hat zweifelsohne einige positive Ernährungseigenschaften. Doch diese positiven Aspekte sollten auch mit weniger hilfreichen Nebeneffekten abgewogen werden."

Quellen:
1. https://milchindustrie.de/marktdaten/verbrauch-und-nachfrage/
2. Synnove Knutsen, Rawiwan Sirirat, Andrew Mashchak, Michael Orlich, Karen Jaceldo-Siegl, Gary E Fraser. Dairy, soy, and risk of breast cancer: those confounded milks. International Journal of Epidemiology, 2020; DOI: 10.1093/ije/dyaa007
3. https://www.sciencedaily.com/releases/2020/02/200225101323.htm

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