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ALS, Huntington, FTD: Wissenschaftler intensivieren Erforschung unheilbarer Nervenerkrankungen

Rätselhaft und quälend: Nervenerkrankungen wie ALS oder Huntington sind bislang nicht heilbar. Bei der Suche nach Ursachen und Therapien werden vom Universitätsstandort Ulm wichtige Impulse erwartet.

Verstärkte Erforschung unheilbarer Nervenerkrankungen

Rätselhaft und quälend: Nervenerkrankungen wie ALS oder Huntington sind bislang nicht heilbar. Bei der Suche nach Ursachen und Therapien werden vom Universitätsstandort Ulm wichtige Impulse erwartet

Wissenschaftler in Ulm sollen künftig verstärkt die Ursachen von bislang unheilbaren Nervenerkrankungen erforschen und nach Therapien suchen. Die Universitätsstadt an der Donau wurde am Mittwoch offiziell zu einem weiteren Sitz des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erklärt. Damit erhalten die beteiligten Einrichtungen Fördergelder des Bundes und des Landes. Sie sollen ihre Forschungsergebnisse möglichst rasch in die klinische Praxis einbringen.

Im Mittelpunkt stehen seltene und besonders komplizierte Erkrankungen. Dazu gehört die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), unter der - als wohl bekanntester Patient - auch der britische Astrophysiker Stephen Hawking leidet. Infolge von ALS gehen Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark zugrunde, die für die Steuerung der Muskeln zuständig sind.

Forschungsschwerpunkte in Ulm sind auch die Frontotemporale Demenz (FTD) und die Huntington-Krankheit. FTD führt durch das Absterben von Nervenzellen zu starken Persönlichkeitsveränderungen. Huntington äußert sich in Störungen der Bewegung, der Persönlichkeit und in Symptomen der Demenz.

Ulmer Wissenschaftler seien bereits seit Jahren weltweit führend in der Erforschung derartiger Nervenerkrankungen, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) bei der symbolischen Vertragsunterzeichnung für die Einrichtung des neuen DZNE-Standortes. Von der Kooperation erwarte man neue wegweisende Impulse. Beteiligt sind die Universität und das Universitätsklinikum sowie die Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU).

Ulm ist nach Tübingen der zweite DZNE-Standort in Baden-Württemberg und der nunmehr zehnte bundesweit. Sprecher der neuen Einrichtung ist der Ärztliche Direktor der Ulmer Uniklinik für Neurologie, Professor Albert Ludolph. Das Startsignal erfolgte am diesjährigen "Tag der Seltenen Erkrankungen", zu denen auch ALS, FTD und Huntington gezählt werden. In der EU gilt laut DZNE-Mitteilung eine Erkrankung als "selten", wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen an ihr leiden. In Deutschland seien bis zu 8.000 Menschen an ALS erkrankt, etwa 40.000 seien von FTD und etwa 8.000 von Huntington betroffen.