Hyperaktives Kind weil Mutter zu oft am Handy?

Neueste Untersuchungen suggerieren, dass Kinder zu Verhaltensauffälligkeiten neigen, wenn die Eltern-Kind-Interaktion von Smartphone, Tablet und Co. beeinträchtigt wird.

Verhaltensauffälligkeiten als Folge von "Technoference" 

Neueste Untersuchungen lassen schlussfolgern, dass Kinder zu Verhaltensauffälligkeiten neigen, wenn die Eltern-Kind-Interaktion durch Smartphone, Tablet und Co. beeinträchtigt wird.

Gereizte Stimmung an der Kasse: Eine Mutter mit ihrem Smartphone, ihr Kind quengelt und hinter ihnen ungeduldige Kunden, die von dem Lärm nicht sehr begeistert sind. Die Kassiererin bittet die Mutter genervt zur Kasse. Diese lässt ihr Smartphone nur widerwillig in der Tasche verschwinden, um den Geldbeutel zu zücken. Spätestens jetzt wird aus dem quengelnden Kind ein schreiendes. Eine Situation, die gerade in der heutigen Zeit keine Seltenheit ist. Doch was macht dieses Digitalzeitalter eigentlich mit uns? Und vor allem, wie wirkt sich der Umgang mit mobiler Technik auf die Interaktion zwischen Eltern und Kind aus? Das haben sich nun Wissenschaftler der Illinois State University im Rahmen einer Studie gefragt.

Smartphones, Tablets, Laptops – so gut wie jeder Haushalt besitzt mindestens eines dieser Geräte. Amerikanische Erhebungen besagen, dass der Gebrauch von sozialen Medien immens gestiegen ist. Demnach hätten im Jahr 2005 sieben Prozent von diesen Medien Gebrauch gemacht, bis 2015 sei dieser Anteil auf 65 Prozent angestiegen. An der Illinois State University hat man nun konkret das Medienverhalten von Eltern durchleuchtet. Parallel wurden die Eltern-Kind-Interaktion und das Verhalten der Kinder evaluiert, gerade in Bezug auf Jammern, Schmollen, Reizbarkeit und Tendenz zur Hyperaktivität.

"Technoference" findet bei 48 Prozent mindestens drei Mal täglich statt

Im Rahmen der Befragungen gab der Großteil der Eltern zu, dass Smartphones, Tablets und Co. die Eltern-Kind-Interaktion in regelmäßigen Abständen unterbrechen. Dieses Vorkommnis wurde von den Wissenschaftlern der Einfachhalt halber als Technoference – die Technologie als Störfaktor – bezeichnet. Von den Studienteilnehmern gaben 48 Prozent an, dass Technoference mindestens drei Mal täglich vorkomme, bei 24 Prozent wäre dies zwei Mal täglich der Fall und 17 Prozent berichten, dass mobile Technik die Eltern-Kind-Interaktion einmal am Tag beeinträchtige. Nur elf Prozent der Befragten können von sich behaupten, von Technoference nicht betroffen zu sein.

Die Studienergebnisse zeigen: Auch wenn Technoference nur in geringem Ausmaß vorkam, wirkte sich dieser Störfaktor negativ auf das Verhalten der Kinder aus. Sie neigten zu Verhaltensauffälligkeiten wie Überempfindlichkeit, Hyperaktivität und einer hohen Reizbarkeit, außerdem jammerten sie mehr als die Kinder, die von Technoference nicht betroffen waren.

"Durch den Gebrauch von mobiler Technik wird es Eltern erschwert, innerhalb kürzester Zeit in der Lage zu sein, auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen", vermuten die Studienautoren. 

Im Schlusswort empfehlen die Autoren feste Smartphone-freie Zeiten, um so die Eltern-Kind-Interaktion zu verbessern.

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