Hypertonie-Prävalenz bei Jugendlichen steigt

Die Prävalenz der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Derzeit gelten Schätzungen zufolge etwa 4% der Heranwachsenden als Hypertoniker. Übergewicht und Adipositas sind dafür die häufigsten Risikofaktoren.

Zuwächse von fast 80 Prozent innerhalb von 15 Jahren

Die Prävalenz der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Derzeit gelten Schätzungen zufolge etwa 4% der Heranwachsenden als Hypertoniker. Übergewicht und Adipositas sind dafür die häufigsten Risikofaktoren. 

Bereits seit Jahren wird von kinder- und jugendärztlicher Seite immer wieder auf die steigenden Zahlen von Bluthochdruckdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Laut Deutscher Hochdruckliga leidet mittlerweile jedes vierte Kind mit starkem Übergewicht (Adipositas) auch unter Hypertonie.

Nun gibt es endlich auch eine globale Studie, welche die Hypertonie-Prävalenzen bei Kindern und Jugendlichen näher beleuchtet hat: Bis zum 19. Lebensjahr sind demnach etwa 4% aller Heranwachsenden Hypertoniker (95%-KI: 3,29% - 4,78%). Unter einer Prä-Hypertonie leiden zudem circa 9,67% (95%-KI: 7,26% - 12,38%) der Kinder und Jugendlichen.

Auf die einzelnen Altersgruppen aufgeschlüsselt, ergibt sich das folgende Bild der Hypertonie-Prävalenz: Bei den 6-Jährigen sind 4,32% (95%-KI: 2,79% - 6,63%) betroffen. Bei den 19-Jährigen sind es hingegen 3,28% (95%-KI: 2,25% - 4,77%). Die höchste Prävalenz findet sich jedoch bei den 14-Jährigen, bei denen circa 7,89% (95%-KI: 5,75% - 10,75%) bereits unter Bluthochdruck leiden.

Insgesamt, und das ist das eigentlich Erschreckende an dieser Metaanalyse aus 47 Einzelstudien, nahm die Prävalenz der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen weltweit in nur 15 Jahren (Studienzeitraum 2000 - 2015) um 75% bis 79% zu!

Die Ergebnisse für sich unterstützen die Warnungen der Pädiater aus den vergangenen Jahren. Insbesondere der zunehmende Bewegungsmangel und das bereits frühkindliche Übergewicht erhöhen das kardiovaskuläre Risiko für Kinder und Jugendliche bis ins Erwachsenenalter hinein. Die damit im Zusammenhang stehenden Stoffwechselveränderungen und Organschäden treten mittlerweile schon in jungen Jahren auf.

In der Praxis sollte daher vor allem eines gelten: Gerade bei übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen ist der Blutdruck routinemäßig mit zu kontrollieren. Nicht zuletzt ist eine frühe Diagnose verbunden mit Lebensstilveränderungen für diese PatientInnen noch immer der beste Weg in eine gesündere Zukunft.

Originalpublikation: 
Peige Song et al, Global Prevalence of Hypertension in Children. A Systematic Review and Meta-analysis; JAMA Pediatrics 2019; doi:10.1001/jamapediatrics.2019.3310

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