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Hypotonie bleibt nicht ohne Folgen

Bisher galt er als die gesündere Alternative zum Bluthochdruck. Jedoch ist ein möglichst niedriger Blutdruckwert bei Patienten mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko nicht mehr um jeden Preis das erklärte Behandlungsziel. Denn sinkt der Blutdruck unter einen bestimmten Wert, steigt das Herz-Kreislauf-Risiko wieder an, so eine aktuelle Studie.

Braucht es eine Untergrenze für Blutdruckwerte?

Bisher galt er als die gesündere Alternative zum Bluthochdruck. Jedoch ist ein möglichst niedriger Blutdruckwert bei Patienten mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko nicht mehr um jeden Preis das erklärte Behandlungsziel. Denn sinkt der Blutdruck unter einen bestimmten Wert, steigt das Herz-Kreislauf-Risiko wieder an, so eine aktuelle Studie. Kardiologen fordern deshalb auch eine Untergrenze für die Blutdruckwerte.

Der systolische Blutdruckzielwert liegt gemäß internationaler Leitlinien unter 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Genauere Angaben dazu, wie weit der Blutdruck absinken darf, machen die Leitlinien nicht. Das altbewährte Prinzip "je niedriger desto besser" scheint beim Blutdruck keineswegs zu gelten. Dies geht aus den Ergebnissen der beiden großen Studien ONTARGET und TRANSCEND mit insgesamt circa 30.940 eingeschlossenen Hochrisiko-Patienten hervor. Doch wo läge eine potenzielle Untergrenze überhaupt?

In den Studien wurde die Wirksamkeit eines Blutdrucksenkers allein sowie in Kombinationen untersucht. Patienten, die während der mittleren Beobachtungszeit von 53 Monaten systolische Blutdruckwerte unter 120 mmHg erreichten, hatten ein um 14 % höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse als jene, deren Blutdruck zwischen 120 und 140 mmHg lag. Einzige Ausnahmen von dieser Regel waren das Herzinfarkt- sowie das Schlaganfall-Risiko. Die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit stieg bei niedrigem systolischen Blutdruck um 29 % und die Gesamtsterblichkeit um 28 %.

Niedrigstes kardiovaskuläres Risiko zwischen 120 und 140 mmHg

Ähnlich ist es beim diastolischen Blutdruck: Werte unter 70 mmHg standen mit einem rund 31 % erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse im Zusammenhang. Ebenso zeigte sich eine Risikoerhöhung für Herzinfarkt und durch Herzschwäche bedingte Hospitalisationen.

Das niedrigste Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten Patienten, welche unter einer Blutdruck-Therapie einen systolischen Blutdruck zwischen 120 und 140 mmHg sowie einen diastolischen von etwa 75 mmHg erreichten. Daraus ließe sich für die meisten Hochrisiko-Patienten ein Blutdruckzielwert von unter 130 mmHg ableiten. Ein Wert unter 120 mmHg sei hingegen nicht mehr als sicher einzustufen, so die Studienautoren zu ihrem Ergebnis. So war beispielsweise das kardiovaskuläre Sterberisiko erhöht (hazard ratio (HR): 1,29; 95 %-KI: 1,12—1,49), ebenso die Gesamtmortalität (HR: 1,28; 1,15—1,42).

Fazit: Die erreichte Blutdruckhöhe ist individuell verschieden und hängt vom jeweiligen Risikoprofil eines Menschen ab. Patienten mit einem sehr hohen Risiko, z. B. für einen Schlaganfall, profitieren womöglich von einem niedrigeren Blutdruck. Auf der anderen Seite könnte gerade dieser Bereich < 120 mmHg/< 70 mmHg für Patienten mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko nachteilig sein.

Quelle: Böhm M, Schumacher H, Teo K et al. Achieved blood pressure and cardiovascular outcomes in high-risk patients: results from ONTARGET and TRANSCEND trials. Lancet 2017

83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 21.04.2017, Mannheim