Ideenpapier zu Antibiotika-Resistenzen vorgestellt

Es sind nur winzige Keime, doch auch das stärkste Antibiotikum kann nichts mehr gegen sie ausrichten. Um solchen Szenarien vorzubeugen, fährt die EU beim Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen auf. Das ist bitter nötig, wie Zahlen zeigen.

EU legt Ideenpapier zu Antibiotika-Resistenzen vor 

Es sind nur winzige Keime, doch auch das stärkste Antibiotikum kann nichts mehr gegen sie ausrichten. Um solchen Szenarien vorzubeugen, fährt die EU beim Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen auf. Das ist bitter nötig, wie Zahlen zeigen.

Immer häufiger sind Erreger gegen bestimmte Antibiotika resistent. Dem will die EU-Kommission entgegenwirken. Die Brüsseler Behörde legte am Donnerstag Empfehlungen für einen umsichtigen Einsatz der Mittel beim Menschen vor. Ein Ziel ist, die Verschreibungspraxis bei Antibiotika europaweit anzugleichen. Wie häufig solche Präparate verschrieben werden, variiert derzeit von Land zu Land teils enorm.

Die EU-Kommission sprach sich außerdem dafür aus, Forschung und Wirtschaft mehr Anreize zu geben für die Entwicklung neuer Antibiotika, Diagnosemethoden, Impfstoffe und alternativen Therapien. "Antimikrobielle Resistenz ist eine weltweit wachsende Bedrohung und wenn wir jetzt nicht mehr unternehmen, dann könnte sie bis 2050 mehr Todesfälle verursachen als Krebs", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.

Nicht immer ist der Einsatz überhaupt notwendig. Die Mittel helfen beispielsweise nicht bei Virusinfektionen. In Deutschland etwa verschrieben Ärzte laut dem jüngsten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse für 2016 zwar seltener als zuvor Antibiotika bei Erkältungen. Trotzdem sei die Zahl noch zu hoch, sagen Experten.

Allein in der EU sterben nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten jährlich etwa 25.000 Menschen wegen einer Infektion mit Erregern, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken. Weltweit sind es laut WHO rund 700.000. Zudem verursacht die Resistenz jedes Jahr zusätzliche Kosten im Gesundheitswesen von über 1,5 Milliarden Euro.

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