Ist die digitale Gesundheit die Zukunft?

Die Digitalisierung nimmt immer präzisere Züge an. Zum einen, weil die Technologie vorhanden ist. Zum anderen aber auch, weil die Notwendigkeit erkannt wurde. Die Notwendigkeit, große Datenmengen nicht nur zu speichern, sondern auch mit ihnen zu arbeiten.

Big Data und Präzisionsmedizin in der Onkologie

Die Digitalisierung nimmt immer präzisere Züge an. Zum einen, weil die Technologie vorhanden ist. Zum anderen aber auch, weil die Notwendigkeit erkannt wurde. Die Notwendigkeit, große Datenmengen nicht nur zu speichern, sondern auch mit ihnen zu arbeiten.

Die Technik steht bereit – bereits heute nutzen 45 Millionen Menschen in Deutschland Smartphones und produzieren täglich mehrere hundert Terabytes an Daten. Die Medizin hinkt der Entwicklung noch ein wenig hinterher. Selbst in großen Kliniken wie der Charité werden täglich lediglich 2,5 Terabyte Daten gespeichert. Diese liegen dann allerdings ungenutzt auf den Servern. Zudem fließen bei 91% aller Kliniken weniger als zwei Prozent ihres Umsatzes in die IT.

Interoperabilität in der Krankenversorgung

Aktuell existiert noch keine standardisierte elektronische Patientenakte. Bilder, Untersuchungsergebnisse und Dokumente müssen digital auffindbar und erschlossen werden, um mit ihnen arbeiten zu können. Dafür müssen die Daten strukturiert werden und Einzeldaten mit Standardterminologien verbunden werden. Fast alle deutschen Universitätskliniken beteiligen sich daher an der Medizininformatik-Initiative, die sich die Sicherstellung Konsortien-übergreifender Kooperationen und eines gemeinsamen Dialogs zum Ziel genommen hat. Entstehen soll eine Datenaustauschplattform für die strukturierte und standardisierte Dokumentation und der Aufbau eines Virtual Oncology Centers, um Wissen zu teilen und mit öffentlichen Datenquellen zu verbinden.

Smarte Analysekonzepte könnten dem Arzt transsektorale und longitudinale Daten zur Verfügung stellen und die Qualitätssicherung verbessern. Die PatientInnen könnten jederzeit auf ihre Daten zugreifen, hätten mehr Informationen zur Verfügung, ein größeres Studienangebot und einen Komfortgewinn beispielsweise durch die Entwicklung von Apps. Vertrauenswürdige Institutionen könnten einen anonymisierten Basisdatensatz aller PatientInnen abfragen, um z. B. mögliche StudienteilnehmerInnen zu eruieren.

Präzisionsmedizin – ein Beginn

Die Einführung von Sequenzierungstechnologien der zweiten Generation ermöglichte plattformübergreifende Omics-Technologien. Mit den neuartigen Hochdurchsatz-Methoden lässt sich das gesamte Genom, Transkriptom oder Proteom einer Zelle erfassen. Sie ermöglichen es, in kurzer Zeit globale, hochaufgelöste molekulare Profile von Zellen, Geweben und Tumoren zu erstellen und haben dadurch die Erforschung biologischer Systeme grundlegend verändert. Was früher 100 Millionen Dollar gekostet hat, ist heute für 1.000 Dollar möglich. Darüber hinaus konnte die Bearbeitungszeit von mehreren Jahren auf 16 Stunden reduziert werden. Beides bedingt einen enormen Datenanstieg, doch auch ein größeres Verständnis für die molekularen Zusammenhänge. Diese Entwicklung in den präklinischen Labors wird den Weg in die Klinik ebnen und Auswirkungen auf die Diagnostik und Therapie haben. Allerdings sind wir noch nicht ganz da.

Quelle: Kroemer, Heyo K., Prof. Dr. med., Berlin, Chapuy, Björn, Prof. Dr. med., Göttingen, Löffler, Markus, Prof. Dr. med., Leipzig, Symposium: Big Data und Digitale Medizin, Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Berlin, 14. Oktober 2019.

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