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"Jahrbuch Sucht" informiert über Gefahren von Tabak, Alkohol und illegalen Drogen

"Jahrbuch Sucht" erscheint - Verbot für Tabakaußenwerbung gefordert

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen informiert über die Lust der Bundesbürger auf Tabak, Alkohol und illegale Drogen. Die Bundesdrogenbeauftragte verweist auf jährlich 120 000 Tabaktote - und fordert ein rasches Verbot der Tabakaußenwerbung.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), beharrt auf einem Verbot der Tabakaußenwerbung noch vor der Bundestagswahl im September. "Professionell gemachte Tabakwerbung wirkt. Sie prägt das Image des Rauchens und suggeriert Jugendlichen, Rauchen sei eine saubere und harmlose Sache", sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur.

An diesem Dienstag (10.00 Uhr) informieren Experten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) über die Lust der Bundesbürger auf Tabak, Alkohol und illegale Drogen. In Berlin stellen sie das neue "Jahrbuch Sucht 2017" vor. Darin tragen Autoren jedes Jahr neue Daten über Suchtmittel vom Glimmstängel bis hin zum Glücksspiel zusammen. In diesem Jahr liegen Schwerpunkte auf den Themen Medikamentenabhängigkeit und E-Zigaretten.

Die DHS hat das Ziel, über Sucht und Vorbeugung zu informieren und zu beraten. Die Mitgliedsverbände kommen aus der Suchthilfe.

Ein schon im vergangenen Frühjahr vorgelegter Gesetzentwurf gegen die Tabakaußenwerbung wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben, weil es in der Unionsfraktion sowie in Teilen der SPD Widerstand gibt. Auch die Werbewirtschaft und die Kommunen fürchten um beträchtliche Einnahmeverluste, so dass auch hier die Vorbehalte gegen ein solches Verbot erheblich sind. Das Verbot würde in Kinos Tabakwerbung ebenfalls stark einschränken.

Mortler verwies darauf, dass jährlich 120 000 Tabaktote immenses Leid für die Familien bedeuteten. Zudem verursache Rauchen riesige Kosten für Unternehmen und das Gesundheitssystem.

"Es kann doch nicht sein, dass wir mit ein paar Millionen Euro im Jahr Aufklärungsarbeit zu den Gefahren des Rauchens in Schulen machen, es aber zulassen, dass die Tabakwirtschaft im gleichen Zeitraum ein Vielfaches dieses Betrags in Außenwerbung investiert, die genau das Gegenteil bezweckt", sagte die Drogenbeauftragte.