esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.

Jugendliche riskieren Gehörschaden durch zu viel Lärm

Um herauszufinden, wie sich die Schallbelastung auf das Hörvermögen junger Menschen auswirkt und in welchem Alter welche Schallquelle den größten Einfluss hat, führten Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die sogenannte OHRKAN-Studie durch.

Gesundheitsrisiken durch laute "Beschallung" müssen thematisiert werden

Um herauszufinden, wie sich die Schallbelastung auf das Hörvermögen junger Menschen auswirkt und in welchem Alter welche Schallquelle den größten Einfluss hat, führten Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die sogenannte OHRKAN-Studie durch.

Unterwegs nutzen viele Jugendliche ihr Smartphone oder einen MP3-Player zum Musikhören, zu Hause die Stereoanlage. Abends gehen sie oft in Diskos oder auf Konzerte. Die permanente "Beschallung" birgt jedoch Risiken für das Gehör junger Menschen. Die Schalldruckpegel liegen häufig über 100 Dezibel (dB) und damit weit im bedenklichen Bereich. "Die OHRKAN-Studie verfolgt unter anderem die Ziele, Hörschwellenverschiebungen bei Jugendlichen zu erfassen und Risikogruppen zu identifizieren", erklärt Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL. Erste Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Das Gesundheitswesen vorgestellt.

Im Rahmen der Studie befragten die Münchener Wissenschaftler rund 1700 Schüler der Jahrgangsstufe neun zu lärmrelevanten Freizeitaktivitäten wie Musikhören, Musizieren, Heimwerken oder dem Besuch großer Sportveranstaltungen. Aus den Angaben der 14- bis 15-jährigen Schüler, wie viel Zeit sie mit den einzelnen Geräuschquellen verbrachten, und der geschätzten durchschnittlichen Lautstärke, errechneten LGL-Experten unter der Projektleitung von Dr. Doris Gerstner dann den Beitrag der einzelnen Quellen zur Gesamtlärmbelastung. Dabei zeigte sich, dass mit 54 Prozent der weitaus größte Anteil auf tragbare Musikabspielgeräte entfällt. Mit 16 Prozent liegen Stereoanlagen mit Kopfhörern an zweiter Stelle, gefolgt von zehn Prozent Lärmbelastung, die aus Diskobesuchen resultiert.

Zum zweiten Befragungszeitpunkt – die Probanden waren inzwischen 17 bis 18 Jahre alt – hatte der Beitrag der Diskobesuche an der Gesamtlärmbelastung deutlich zugenommen. Er lag nun mit 35 Prozent nahezu gleichauf mit den tragbaren Musikgeräten (36 Prozent). Diese beobachteten altersabhängigen Verschiebungen in den lärmintensiven Freizeitaktivitäten unterstreichen die Ergebnisse anderer Studien, wonach die Nutzungsspitze von MP3-Playern & Co. im Teenageralter liegt, die Spitze für Diskobesuche aber kurz nach Erreichen der Volljährigkeit. Die weitere Entwicklung des Freizeitverhaltens wird die nächste OHRKAN-Erhebung zeigen. Bei den dann 20- bis 21-Jährigen ist der Höhepunkt der Lärmexposition durch Diskobesuche dann womöglich bereits überschritten.

Eventuell geht dann auch die gesamte Lärmexposition wieder etwas zurück. Diese war zu beiden bisherigen Messzeitpunkten beunruhigend hoch: Bereits bei der ersten Befragung überschritten rund drei Viertel der Jugendlichen den für die Arbeitssicherheit relevanten Lärmexpositionswert von 80 dB. Bei der zweiten Befragung waren es sogar 92 Prozent der Teilnehmer.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es für Aussagen zu tatsächlichen Hörschäden noch zu früh ist. Als Längsschnittstudie soll OHRKAN das Schülerkollektiv zunächst noch über mehrere Messzeitpunkte hinweg beobachten und diese Langzeitdaten dann mit dem Hörvermögen in Bezug setzen. Doch bereits jetzt empfehlen die Studienautoren, möglichen Hörschäden vorzubeugen. Eine Pilotstudie der Münchner Forschungsgruppe zeigt, dass es sinnvoll ist, die Risiken lauter Musik für das Gehör schon in der fünften bis sechsten Klasse zu thematisieren.