Klinik lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab

Ärzte können in Deutschland nicht gezwungen werden, Abtreibungen vorzunehmen. In Niedersachsen nimmt nun eine Klinik keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vor - es sei denn die Gesundheit der Mutter ist in Gefahr.

Ärzte können in Deutschland nicht gezwungen werden, Abtreibungen vorzunehmen. In Niedersachsen nimmt nun eine Klinik keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vor - es sei denn die Gesundheit der Mutter ist in Gefahr.

In der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg werden keine Abtreibungen nach dem Beratungsmodell mehr vorgenommen. Der neue Chefarzt beruft sich auf seinen christlichen Glauben, wie die Elbe-Jeetzel-Zeitung berichtete. "Ich trage die Entscheidung mit", sagte Klinikchef Markus Fröhling am Montag der dpa. Ihm stehe die Haltung des Chefarztes nahe.

"Laut Gesetz kann kein Arzt zu einem Schwangerschaftabbruch verpflichtet werden", sagte Fröhling. Eine Begründung verlange das Gesetz nicht. "Wenn die Gesundheit der Frau in Gefahr ist, handelt es sich um eine medizinische Indikation, die natürlich auch bei uns behandelt werden würde", betonte Fröhling. Im vergangenen Jahr seien nach der Beratungsregelung 31 Schwangerschaften in dem 100-Betten-Krankenhaus im Landkreis Lüchow-Dannenberg abgebrochen worden.

Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) bedauerte, dass die Klinik keine Abtreibungen mehr vornehme. Es sei ihr wichtig, dass Frauen den Eingriff in angemessener Entfernung zu ihrem Wohnort vornehmen lassen könnten, betonte die Politikerin.

"Bei der Förderung von Investitionen der Krankenhäuser obliegt es nach einer Änderung des Bundesrechts den Ländern, Qualitätskriterien zugrunde zu legen", sagte Rundt. "Eines dieser zahlreichen Kriterien kann gegebenenfalls auch die Sicherstellung von Schwangerschaftsabbrüchen im jeweiligen Einzugsbereich der Krankenhäuser sein."

Erst kürzlich habe sie mit dem Vorstand des christlichen Gesundheitskonzerns Agaplesion ein intensives Gespräch geführt, sagte Rundt. Nachdem Agaplesion die Schaumburger Kliniken übernommen hatte, sorgte das Thema im vergangenen November auch überregional für Schlagzeilen. Vom kommenden April an würden am neuen Standort in Obernkirchen-Vehlen keine Abtreibungen mehr vorgenommen werden, meldeten damals Zeitungen, wenn nicht das Leben der betroffenen Frau in Gefahr sei. Die soziale Indikation reiche dann nicht mehr.

Doch im Dezember einigten sich der Landkreis Schaumburg und der neue Betreiber laut Agaplesion. Nach dieser Kompromisslösung dürfen sogenannte Kooperationsärzte nach der Beratungsregelung in den Räumlichkeiten des Krankenhauses Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, wie Agaplesion-Sprecher Tino Drenger in Frankfurt sagte. Die Leistung erbringe nicht das Agaplesion-Klinikum selbst, sondern niedergelassene Ärzte im Rahmen eines ambulanten Operationszentrums. "Das Klinikum hat seine Unterstützung bei medizinischen Fragen zugesagt, um eine optimale medizinische Versorgung der Patientinnen zu gewährleisten", betonte Drenger. "Darüber hinaus wird Agaplesion für Frauen, die dies wünschen, eine begleitende psychosoziale Betreuung anbieten und diese aus eigenen Mitteln finanzieren."

Der gefundene Kompromiss stelle aber eine Ausnahme für Agaplesion dar, erklärte Drenger. Im Schaumburger Klinikum seien zwei besondere Rahmenbedingungen zusammengekommen: "Zum einen sind in einem der drei fusionierten Häuser Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung bisher möglich gewesen", sagte Drenger. "Zum anderen wird das neue Klinikum in Zukunft das einzige Krankenhaus im Landkreis sein."

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