esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.

Klinische Implikationen der ESR1-Mutationen bei Brustkrebs

Vorhandensein von ESR1-Mutationen ist eng mit der erworbenen Resistenz zur vorherigen Behandlung mit Aromatasehemmern verbunden und hat prognostischen Wert.

Vorhandensein von ESR1-Mutationen ist eng mit der erworbenen Resistenz zur vorherigen Behandlung mit Aromatasehemmern verbunden und hat prognostischen Wert

Das Vorliegen von Mutationen im Östrogenrezeptor 1 (ESR1) bei Brustkrebs ist bereits seit Langem bekannt, aber erst in letzter Zeit wird die klinische Signifikanz dieser Mutationen klarer. ESR1-Mutationen scheinen im metastatischen Setting mit dem Aromatasehemmer vorherrschend zu sein und sind negative prognostische Indikatoren. Diese Ergebnisse wurden während einer Unterrichtssitzung beim ASCO Annual Meeting 2016 in Chicago präsentiert.

Die Primärtherapie für metastatischen Brustkrebs (mBC) beinhaltet Aromatasehemmer (AI, Aromatase Inhibitor). Die Progression der Erkrankung beginnt im Durchschnitt nach 9,4 Monaten. “Einer der Progressionsmechanismen unter AI ist die Mutation des ESR1 [Gens]”, erklärt Dr. Florian Clatot (Centre Henri Bequerel, Rouen). “Durch diese Mutation wird der Rezeptor auf eine vom Liganden unabhängige Weise aktiviert. Es ist offensichtlich, dass die Mutationen im Krankheitsverlauf entstanden sind, da die Prävalenz von ESR1-Mutationen in primären Tumoren 0-2 % beträgt, wohingegen diese Prävalenz bei mBC 50 % erreicht.”

Eine monozentrisch retrospektive Analyse der Plasmaproben von 144 mit AI behandelten Patienten verschaffte einen Einblick in den prognostischen und prädiktiven Wert der ERS1-Mutationen und der Veränderungen der Mutationshäufigkeit vor und nach der Progression unter AI-Behandlung. Die Prävalenz von Mutationen – mit Droplet Digital PCR bewertet – vor der Progression betrug in dieser Kohorte 44/144 (30,6 %).

Das Vorhandensein einer ESR1-Mutation vor der Progression erwies sich als prognostisch. Das durchschnittliche Gesamtüberleben betrug 15 Monate (2-44) für Patienten, die die Mutation hatten, gegenüber 24 Monaten (2-70) für Patienten, die die Mutation nicht hatten (HR=1,9; p=0,006). Der Mutationsstatus war unabhängig davon auch mit einem schlechteren progressionsfreien Überleben verbunden (HR=1,7; p=0,008).

Nach der Progression wurden 56 Patienten mit Chemotherapie behandelt, 55 mit Fulvestrant/Tamoxifen, 14 mit AI + Everolimus und 19 ohne andere Modalitäten. Der Nachweis einer vorhandenen ESR1-Mutation war unabhängig mit einem schlechteren Gesamtüberleben und progressionsfreiem Überleben in der Chemotherapie-Gruppe verbunden (HR=2,0 für beide; p=0,04 bzw. p=0,03).

Die Tendenz eines schlechteren Gesamtüberlebens wurde auch bei Patienten beobachtet, die die Mutation hatten und mit Fulvestrant/Tamoxifen behandelt wurden (p=0,09).

“In dieser Studie wurde also kein voraussagender Wert des Vorhandenseins der ESR1-Mutation beobachtet”, schlussfolgert Dr. Clatot. Bei 75% der Patienten stiegen die Zirkulationsraten der ESR-Mutation ab 3 Monaten vor der Krankheitsprogression, also als die AI-Behandlung noch nicht abgeschlossen war. ‘Dies könnte darauf hindeuten, dass die Messung der ESR1-Mutationen klinisch möglicherweise signifikant sind.’ Nach der Progression (während die Behandlung begonnen wurde) waren die Raten der ESR1-Mutationen bei den meisten Patienten wieder rückläufig.

Bei Patienten, deren ESR1-Mutationen nicht rückläufig waren, setzte sich die Krankheitsprogression fort und bei Patienten, die rückgängige ESR1-Mutationen aufwiesen, waren entweder die Erkrankung oder die Krankheitsprogression stabil.

Eine Analyse der in der PALOMA-3-Studie entnommenen Plasmaproben bestätigt die von Dr. Clatot präsentierten Ergebnisse. “Bei dieser Studie wurden Patienten mit HR+/Her2- metastatischem Brustkrebs, die bei Behandlung mit AI eine Krankheitsprogression aufwiesen, mit Palbociclib + Fulvestrant oder Placebo + Fulvestrant behandelt”, erklärt Dr. Nicolas Turner (Royal Marsden Hospital, London). In 26,8% der getesteten Plasmaproben wurden ESR-Mutationen nachgewiesen.

Das durchschnittliche progressionsfreie Überleben betrug 5,7 Monate (95 % CI: 3,7–9,4) für Patienten mit ESR1-Mutationen gegenüber 9,2 Monate (95 % CI: 7,5–10,9) für Patienten ohne ESR1-Mutationen (HR 1,33 [95 % CI: 0,99–1,80]; p= 0,0572).

“Das Vorhandensein der ESR1-Mutationen ist eng mit der erworbenen Resistenz zur vorherigen Behandlung mit AI verbunden und hat prognostischen Wert”, schlussfolgert Dr. Turner.