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Können bakterielle Infektionen COPD mitverursachen?

Die persistierende Inflammation bei Patienten mit Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung(COPD) ist möglicherweise auf einen bisher unbekannten Immundefekt zurückzuführen.

COPD ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. In erster Linie sind die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zu nennen. Beide Krankheitsbilder sind dadurch gekennzeichnet, dass vor allem die Ausatmung (Exspiration) behindert ist.

Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland drei bis fünf Millionen, in den USA etwa 16 Millionen und weltweit etwa 600 Millionen Menschen an einer COPD erkrankt sind. Damit muss von einem globalen Phänomen gesprochen werden. In den USA stellt die COPD die viert häufigste Todesursache dar: Man kann von einer Volkskrankheit sprechen. Von den zehn häufigsten zum Tod führenden Krankheiten ist sie die einzige, deren Häufigkeit zunimmt.

Wie bereits erwähnt, besagt die dominierende Theorie dass die COPD in erster Linie durch Tabakrauchen, toxische Gasen und Partikel verursacht wird. Unklar ist es jedoch, weshalb die Erkrankung trotz Tabakabstinenz voranschreitet.

Eine Studie aus der Vanderbilt University in Tennessee, USA behauptet dass die persistierende Inflammation bei den COPD Patienten auf einen bisher unbekannten Immundefekt zurückzuführen sei. Dieser IgA Immundefekt soll es Bakterien ermöglichen, tiefer in die kleinen Atemwege einzudringen und somit die Bronchioli beschädigen.

Dr. Bradley Richmond und sein Team haben die Funktion der Schleimhaut im Atemsystem von der Nase bis zu den Alveolen untersucht. Die Schleimhaut ist die natürliche Barriere gegen die Keime und enthält mehrere Immunglobuline und andere Schutzfaktoren. Nachdem es gezeigt wurde, dass COPD-Patienten einen Mangel an Immunglobulin A aufweisen, haben sich die Forscher für den Immundefekt interessiert. Es wurde ein IgA-Mangel bei Mäusen induziert, und deren Entwicklungsverlauf beobachtet: Die Mäuse hatten in erster Linie eine gesunde Entwicklung und ein normales Wachstum gezeigt, dennoch entwickelten sie im Alter vermehrt bakterielle Infekte, chronische Entzündungen, sowie einen ähnlichen Muster der Lungenschädigung wie bei COPD-Patienten. Diese Symptome sind in Abwesenheit von Tabak- oder jegliche Gas-exposition aufgetreten.

Das antientzündliche Medikament “Roflumilast” wurde bei den Mäusen mit IgA-Mangel bereits getestet, und konnte die chronische Entzündung der Atemwege aufhalten. Roflumilast ist der erste zugelassene Arzneistoff aus der Gruppe der Phosphodiesterase-4-Hemmer (PDE-4-Hemmer), der zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung eingesetzt wird.

Das Forschungsteam versucht aktuell einen Weg zu finden, um die Immunglobulin-A-Produktion durch die B-Zellen zu induzieren, und somit die voranschreitende Entzündung der Atemwege zu verlangsamen oder zu stoppen.