Krankenhäuser setzen gegen Gewalt auf Sicherheitsdienste

Die Krankenhäuser im Südwesten erleben immer häufiger, dass ihre Mitarbeiter von Patienten angegangen werden. Um dem entgegenzuwirken, setzen Kliniken inzwischen auch auf Sicherheitsdienste.

Mehr Probleme durch aggressive Patienten

Die Krankenhäuser im Südwesten erleben immer häufiger, dass ihre Mitarbeiter von Patienten angegangen werden. Um dem entgegenzuwirken, setzen Kliniken inzwischen auch auf Sicherheitsdienste.

Aggressive Patienten machen nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) den Kliniken im Südwesten verstärkt zu schaffen. Die Gewalt gegen Mitarbeiter habe nach Berichten der Mitgliedskrankenhäuser in den vergangenen Jahren zugenommen, sagte eine BWKG-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem bei Patienten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sei die Gewaltbereitschaft erhöht, ebenso wie bei psychisch kranken und dementen Personen.

Viele Kliniken im Land setzten inzwischen auf Sicherheitsdienste - auch wenn die Kosten nicht refinanziert würden. Der Einsatz betreffe in erster Linie Krankenhäuser in den Ballungsräumen, Unikliniken, große Kliniken im ländlichen Raum und psychiatrische Kliniken. "Aber auch einige kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum beschäftigen zwischenzeitlich einen Sicherheitsdienst", sagte die Sprecherin. Genaue Zahlen lägen aber nicht vor.

Gewaltzunahme durch Patientenansturm

Die Zunahme der Gewaltbereitschaft lasse sich beispielsweise in den Notaufnahmen beobachten. Häufig werde sie durch lange Wartezeiten und krankheitsbedingte Stresssituationen ausgelöst. Denn die Kliniken im Land kämpfen noch mit einem weiteren Problem: In die Notfallambulanz der Krankenhäuser sind seit 2010 jedes Jahr rund 50.000 Menschen zusätzlich gekommen. "Inzwischen werden mehr als die Hälfte der ambulanten Notfälle von den Krankenhäusern behandelt", heißt es bei der BWKG. Allein 2015 waren es demnach 1,23 Millionen Menschen.

Die Kassenärztliche Vereinigung sieht unter anderem die Struktur außerhalb der Arzt-Sprechstundenzeiten als Grund. Diese sei für Patienten oft nicht zu durchschauen, sagte ein Sprecher. "Wann ist der Rettungsdienst zuständig, wann der ärztliche Bereitschaftdienst, wann muss der Notarzt kommen, wann muss ich in die Notaufnahme? Für die Patienten ist das in vielen Fällen nicht einschätzbar."

Als Lösungsansatz hatte sich die Vereinigung im vergangenen Jahr für eine Kostenbeteiligung der Patienten im Notfalldienst ausgesprochen. "Der Vorstand würde das nach wie vor begrüßen", sagte der Sprecher. "Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass so etwas kommt." Entlastung könne unter anderem jedoch auch das geplante Telemedizinprojekt "docdirekt" bieten, das derzeit in den Regionen Tuttlingen und Stuttgart getestet werde.

Für den CDU-Rechtsexperten Bernhard Lasotta sind Gesetzesverschärfungen das Mittel der Wahl gegen die Übergriffe. "Bislang sind bei Übergriffen auf Rettungs- und Feuerwehrkräfte sowie Vollstreckungsbeamte höhere Strafen möglich als bei Angriffen auf das Klinikpersonal. Dies müssen wir ändern", sagte Lasotta den Zeitungen Heilbronner Stimme und Mannheimer Morgen (Dienstag). Er fordere die grün-schwarze Landesregierung auf, über eine Bundesratsinitiative auf eine Gleichstellung der Klinikmitarbeiter zu drängen.

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