Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Medizin 4.0 ist ein Schlagwort, dass branchenübergreifend in aller Munde ist. Wie weit ist die Digitalisierung und künstliche Intelligenz bereits etabliert? Neue Gesetze versuchen mit der Entwicklung Schritt zu halten und eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Doch viele Fragen bleiben offen.

Die digitale Transformation in der Medizin

Medizin 4.0 ist ein Schlagwort, dass branchenübergreifend in aller Munde ist. Wie weit ist die Digitalisierung und künstliche Intelligenz bereits etabliert? Neue Gesetze versuchen mit der Entwicklung Schritt zu halten und eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Doch viele Fragen bleiben offen.

Die Digitalisierung macht auch vor der Medizin nicht halt. Gerade in Krankenhäusern werden Chancen zur Steigerung der Prozesseffizienz, der Behandlungsqualität und damit Patientenzufriedenheit und eine Reduzierung des Dokumentationsaufwands gesehen. Dennoch hat die Entwicklung noch nicht im großen Maße Einzug gehalten. Verhindert wird die digitale Transformation vor allem durch jahrzehntelange Routinen, starre Hierarchien, der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch durch hohe Investitionskosten und strikte Vorgaben, wie beispielsweise den Datenschutz. Im kommenden Jahr wird das neue Medizin-Produkte-Gesetz in Kraft treten, das zukünftig u.a. aufwändigere Zulassungsverfahren notwendig machen wird. Was genau auf die Krankenhausinformationssysteme zukommen wird ist noch unklar. Fest steht: die Anforderungen an die IT-Sicherheit im Krankenhaus werden massiv steigen. Dabei steckt viel Potential in der künstlichen Intelligenz (KI). Bilddaten von PatientInnen könnten z. B. automatisiert mit großen Mengen an ähnlichen Fällen verglichen werden, was die Diagnosesicherheit erhöhten könnte. Zudem würden bis zu 80% der Routinearbeit wegfallen, was mehr Zeit für kritische oder schwierige Fälle brächte.

Chirurgie im Zeichen der Digitalisierung

Am Beispiel der Chirurgie lässt sich erkennen, wo die Reise hingehen könnte. Nach den offenen Operationstechniken bildeten die Laparoskopie und minimalinvasive Verfahren die erste Stufe in der Entwicklung ab. Mit der Roboter-gestützten Chirurgie ist eine weitere Ebene auf dem Weg zur digitalen Chirurgie erreicht. Die Operation 4.0 basiert dann auf KI, den OP-Robotern, einem intelligenten OP-Saal sowie Online-Kommunikation. Bis zum autonomen Operieren ist es jedoch ein noch weiter Weg. Dafür werden neben zuverlässigen Daten und Bilderkennung auch eine sichere Weichteil-Navigation benötigt. Das Problem besteht hierbei bei der Datenqualität und der Entwicklung robuster Algorithmen, wie Prof. Rassweiler ausführte: „Die Robotisierung wird sich langfristig durchsetzen, aktuell stehen wir mit der Surgical Data Science jedoch erst am Anfang.“ Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Prof. Hahn, der menschliche Defizite beim Quantifizieren, Erkennen von Änderungen in komplexen Szenen, sowie höhendimensionalen Entscheidungen detektierte. Hier können Roboter unterstützend tätig sein und klinische Entscheidungen präziser und zuverlässiger fällen. Was sie hingegen nicht können, ist die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit, die Unterstützung der Therapieplanung sowie die Generierung und Validierung medizinischen Wissens. Hier ist der Mensch gefragt – und wird es auch in Zukunft sein.

Quelle:
Loch, Tillmann, Prof. Dr. med., Flensburg, Schneider, Till Rasmus, Göttingen, Rassweiler, Jens, Prof. Dr. med. Dr. h.c., Heilbronn, Wild, Peter, Prof. Dr. med., Frankfurt am Main, Hahn, Horst, Prof. Dr. , Darmstadt, Symposium: Künstliche Intelligenz in der Medizin, 71. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), Hamburg, 19. September 2019.

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