Esanum is an online network for approved doctors

Esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

Esanum est la plate-forme médicale sur Internet. Ici, les médecins ont la possibilité de prendre contact avec Une multitude de collègues et de partager des expériences interdisciplinaires. Les discussions portent à la fois sur les Observations de la pratique, ainsi que des nouvelles Et les développements de la pratique médicale quotidienne.

Larven als Mini-Chirurgen unterstützen die Wundheilung

Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet eine Larventherapie an, um Wunden von abgestorbenem Gewebe zu befreien. Die Larven der Goldfliege fressen nur totes Gewebe. Das Verfahren wirkt antimikrobiell und ist bei chronischen, offenen Wunden schonender und weniger schmerzhaft als chirurgische Eingriffe.

Larventherapie bei Wunden mit multiresistenten Keimen

Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet eine Larventherapie an, um Wunden von abgestorbenem Gewebe zu befreien. Die Larven der Goldfliege fressen nur totes Gewebe. Das Verfahren wirkt antimikrobiell und ist bei chronischen, offenen Wunden schonender und weniger schmerzhaft als chirurgische Eingriffe.

Eine Art großer "Teebeutel" hat es in sich: Er enthält 50-300 Larven der Goldfliege (Lucilia sericata), einer Fliegenart, die ausschließlich abgestorbenes Gewebe frisst. Auf eine chronische, offene Wunde gelegt, geben die Larven durch ein feines Netz ein Sekret ab, das totes Gewebe verflüssigt. Dies wird anschließend von den Tieren aufgesaugt. Dr. Mona Bidier, Fachärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums, sieht mehrere Vorteile in dieser Methode: "Das Verfahren ist weniger schmerzhaft als chirurgische Eingriffe und es ist besonders geeignet bei Wunden, die von multiresistenten Keimen besiedelt sind, denn das Verdauungssekret der Larven reduziert die Keimbelastung." Einziger Nachteil dieser Therapieoption: "Man muss etwas mehr Geduld haben, es dauert circa vier bis zwölf Tage, bis deutliche Erfolge zu sehen sind."

Spezialisten für schlecht heilende Wunden

In chronischen Wunden ist der geordnete Ablauf der Wundheilung gestört. Damit Wunden von Patienten z. B. mit Dekubitus, venöser Insuffizienz oder auch diabetischem Fuß heilen können und eine Infektion des umliegenden Gewebes verhindert wird, muss infiziertes oder abgestorbenes Gewebe entfernt werden. Der schnellste Weg ist das sogenannte chirurgische Débridement, das jedoch schmerzhaft und nur bei ausreichend durchblutetem Gewebe erfolgreich ist. Bei schwierigen Fällen können die Fliegenlarven mit ihren Verdauungssäften einspringen und damit eine Behandlung an kniffeligen Stellen bei geringerer Gabe von Schmerzmitteln und Antibiotika ermöglichen.

Für Patienten ist die Larventherapie zunächst etwas gewöhnungsbedürftig - und sie haben vor allem zwei Befürchtungen: Tut das weh? Und: Können die Larven sich in der Wunde vermehren? "Es kann etwas kribbeln", sagt Dr. Mona Bidier, weswegen Patienten auf Wunsch zusätzlich ein Schmerzmittel bekommen. Eine Vermehrung der Tiere ist ausgeschlossen, denn dazu müssten sich die Larven verpuppen und sich zu ausgewachsenen Fliegen entwickeln. Nach maximal vier Tagen sind die Larven bis zu 12 mm groß, ein Behandlungszyklus gilt als abgeschlossen und die kleinen Helfer werden bei Bedarf durch einen Beutel mit neuen, hungrigen Nachfolgern ersetzt.

Vergessener Helfer aus Napoleons Zeiten

Larventherapie ist keine neue Erfindung. Bereits aus Napoleons Zeiten stammen Berichte eines Chirurgen, der beobachtete, dass Soldaten bessere Überlebenschancen hatten, wenn sie nach einer Verwundung länger auf dem Schlachtfeld gelegen hatten - die Larven der "blauen Fliege" hatten sich angesiedelt und ihr hilfreiches Werk begonnen. Während des ersten Weltkrieges wurde von US-amerikanischen Medizinern die Grundlage der modernen Larventherapie gelegt. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen dokumentierten die Wirkung der Fliegenlarven. Mit der zunehmenden Verbreitung des Penicillins, das einfacher in der Anwendung war, geriet die Verwendung von Fliegenlarven in Vergessenheit. Heute ist die starke Zunahme von multiresistenten Keimen ein Grund, warum ausgerechnet vermeintliches "Ungeziefer" ein willkommener und schonender Helfer bei der Versorgung hartnäckiger, schmerzhafter Wunden ist.