Laut DAK fehlen wegen psychischer Erkrankungen immer mehr Menschen im Job

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Weil sie psychisch krank sind, fallen viele Berufstätige aus – Tendenz steigend. Zudem beobachtet die Krankenkasse DAK, dass Hirndoping nicht unbedingt ein Problem von Top-Managern ist.

Arbeitnehmer fallen in Berlin immer häufiger wegen psychischer Erkrankungen im Job aus. Fehltage von DAK-Versicherten verbunden mit Depressionen und Angsterkrankungen nahmen 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel zu. Wie es im neuen Gesundheitsreport der Krankenkasse heißt, liegt die Zunahme dieser Ausfallzahlen seit dem Jahr 2000 bei 45 Prozent. In keinem anderen Bundesland sei seelisches Leid so verbreitet wie in Berlin, teilte die Kasse am Donnerstag mit.

Mit eine Ursache dafür sieht DAK-Chefin Steffi Steinicke darin, dass psychische Erkrankungen in Großstädten weniger mit einem Stigma verbunden sind: “Die Menschen bekennen sich im Arztgespräch leichter zu ihrem Leiden und die Ärzte sind sensibler für diese Diagnosen”, wurde sie in einer Mitteilung zitiert. Psychische Erkrankungen waren laut dem Report der zweithäufigste Grund für Fehltage, hinter Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, zu denen auch Rückenschmerzen zählen.

Grundlage des Berichts waren den Angaben zufolge Daten von 105 500 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Berlin und Arzneimitteldaten. Repräsentative Befragungen unter 5000 Beschäftigten bundesweit widmeten sich der Verbreitung von “Hirndoping”. Damit ist gemeint, dass Menschen ohne medizinischen Grund verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen – etwa um die Konzentration zu steigern, Ängste abzubauen oder die Stimmung aufzuhellen.

Nach DAK-Hochrechnungen betreiben dies etwa 32 000 Berliner regelmäßig. Verwendet würden dafür etwa Betablocker, Antidepressiva oder Mittel für Menschen mit Demenz oder ADHS. Die DAK sieht eine “deutliche Grauzone” bei Verschreibungen: Bei Ritalin-Verordnungen etwa habe es in 11,5 Prozent der Fälle in Behandlungsdaten keine Hinweise auf ADHS gegeben.

Ein Massenphänomen ist Hirndoping laut Kasse aber noch nicht. Ein Großteil der Erwerbstätigen (83 Prozent) lehnt es den Angaben nach generell ab. Auffällig: Die meiste Erfahrung mit Pillen-Missbrauch hätten Menschen, die einfachen Tätigkeiten nachgehen. Das Klischee dopender Top-Manager und Kreativer bestätige sich damit nicht.

Text: dpa /fw

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