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Lungenkrebs: Routine bei OPs reduziert Patienten-Sterblichkeit

Lungenkrebszentren sollen Qualität der Therapie steigern / Interview mit Dr. Gunda Leschber, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT). Rund jeder fünfte krebsbedingte Todesfall in der EU geht Zahlen des Statistikamtes Eurostat zufolge auf Lungenkrebs zurück.

Lungenkrebszentren sollen Qualität der Therapie steigern / Interview mit Dr. Gunda Leschber, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT).

Rund jeder fünfte krebsbedingte Todesfall in der EU geht Zahlen des Statistikamtes Eurostat zufolge auf Lungenkrebs zurück. Seit 2008 werden in Deutschland durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) spezielle Lungenkrebszentren zertifiziert, um zu gewährleisten, dass Patienten mit dieser schwierigen Krebserkrankung eine optimale Therapie erfahren – sowohl durch die Internisten, Onkologen, Strahlentherapeuten als auch durch Thoraxchirurgen.

Nach den Vorgaben der DKG liegt die Mindestmenge für Lungenkrebsoperationen in einem Zentrum bei 75 Operationen pro Jahr. Auffällig ist in den Daten des Statistischen Bundesamtes, dass die Sterblichkeit nach Lungenkrebsoperationen in den Kliniken mit weniger als 25 Eingriffen pro Jahr bei nahezu sechs Prozent und damit doppelt so hoch liegt wie in Kliniken, die mehr als 75 Patienten pro Jahr operieren. In den Kliniken, die mehr als 175 Fälle pro Jahr operieren, liegt die Sterblichkeit sogar nur bei 2,3 Prozent.

“Der Grund für diese unterschiedlichen Zahlen ist nicht, dass Chirurgen mit weniger Operationen im Jahr nicht auch hervorragende Arbeit leisten können”, erklärte Dr. Gunda Leschber, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie an der Evangelischen Lungenklinik in Berlin auf dem Chirurgiekongress 2016. “Ausschlaggebend ist vielmehr, dass sich mit der Zahl der Eingriffe ein souveräner Umgang mit ungewöhnlichen Krankheitsverläufen einstellt.”

Nach einer Analyse der Daten des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland 2012 knapp 10.900 Patienten wegen eines Lungenkrebses operiert, davon 58 Prozent der Patienten in Kliniken, die mehr als 75 Lungenkrebsoperationen pro Jahr durchführten. Diesen 47 Kliniken standen 201 Krankenhäusern gegenüber, die lediglich maximal 25 Lungenkrebsoperationen vornahmen.

Tumorkonferenzen zu jedem einzelnen Patienten

Die Anforderung der DKG für die Zertifizierung von Lungenkrebszentren, die gemeinsam von den Fachgesellschaften für Thoraxchirurgie, Pneumologie, Onkologie und weiteren auf diesem Gebiet spezialisierten Fachgesellschaften erstellt wurde, betreffen darüber hinaus eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft von Thoraxchirurgen und Anästhesisten beziehungsweise Intensivmedizinern, um die Betreuung der Patienten auch im postoperativen Verlauf zu gewährleisten und dauerhaft einen hohen Standard zu halten. “Bei uns wird jeder einzelne Krankheitsfall in einer Tumorkonferenz diskutiert, was sich am Ende für den Patienten auszahlt”, betont Leschber.

Dass eine derartige Zertifizierung zum Vorteil für die Patienten ist, zeigen bislang unveröffentlichte Daten aus einem Zentrum in Süddeutschland, bei dem festgestellt werden konnte, dass sich nach Einführung der Zertifizierung innerhalb des Zentrums die Überlebenszeiten verbesserten. Auch scheinen die Daten darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zu nicht zertifizierten Zentren das Langzeitüberleben der Patienten in einem zertifizierten Zentrum höher ist.