Einsatz von Makroliden während der Schwangerschaft

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Größte Studie ihrer Art gibt grünes Licht für den Einsatz von Makroliden während der Schwangerschaft.

Makrolide zählen zu der am häufigsten verschriebenen Antibiotikaklasse. So kommen sie üblicherweise auch dann zum Einsatz, wenn der Betroffene an einer Unverträglichkeit gegenüber Penicillinen leidet. Auch stellen sie eine der wenigen Arten von Antibiotika dar, welche für den Einsatz zur Behandlung von Infektionserkrankungen während der Schwangerschaft zugelassen sind.

Eine groß angelegte Studie (DOI: 10.1371/journal.pone.0093870) aus Kanada, die bisher größte dieser Art, räumt nun die letzten Bedenken zum Einsatz von Makroliden während der Schwangerschaft aus dem Weg.

Viele Mediziner hatten immer noch Zweifel an Sicherheit

Obwohl sie zu den wenigen Mitteln gehören, die auch während der Schwangerschaft verabreicht werden, bestanden bei einigen Medizinern immer noch Zweifel bezüglich der Sicherheit im Bezug auf mögliche Fehlbildungen beim Kind. Bisherige Studien zu dieser Frage lieferten Teils widersprüchliche Ergebnisse, manche brachten den Einsatz von Makroliden mit dem vermehrten Auftreten von Herzfehlern, andere wiederum mit dem von Epilepsien in Verbindung, andere wiederum bestätigten die Unbedenklichkeit des Einsatzes. Brauchbare Informationen im Bezug auf den Medikamenteneinsatz in der Schwangerschaft zu erhalten ist besonders schwierig, da diese in den meisten Ländern von Interventionsstudien ausgeschlossen werden. Dieses Problem zu lösen machten sich zwei Teams von Wissenschaftlern aus Montreal in Kanada und dem norwegischen Oslo auf.

Hierfür werteten die Forscher die Daten von 135,839 aus einem Pool von 290. 000 Schwangerschaften aus, die als Teil der sogenannten Quebec-Kohorte zwischen 1998 und 2009 gesammelt wurden.

Infektion selbst für Fehlbildungen verantwortlich

Beim statistischen Vergleich der Häufigkeiten von kindlichen Fehlbildungen bei Frauen, die während der Schwangerschaft mit Penicillinen, den am besten untersuchten und als am sichersten geltenden Medikamenten bei dieser Indikation, und solchen die mit den Makroliden Clarithromycin und Azithromycin behandelt wurden, konnten die Untersucher keinen signifikanten Unterschied feststellen.

Dr. Anik Bérard von der Universität Montreal, Leiterin der Studie, erklärt sich die bisherigen Widersprüche in der Datenlage, abgesehen von der kleinen Zahl an ausgewerteten Fällen damit, dass sie die mit Makroliden behandelten Infektionen selbst als Ursache der Fehlbildungen vermutet. Hierbei handelt es sich nämlich häufig um Infektionen mit Chlamydien, einem Erreger, der bekanntermaßen zur Entstehung von Fehlbildungen beim Ungeborenen führen kann.

Text: esanum /wt

Foto: Darren Brode / Shutterstock.com

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