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Mangel bleibt: zu wenig Geld für zu wenige Hebammen

Soziale Berufe allgemein miserabel bezahlt

Hebamme werden? Nein danke. Der Mangel an Geburtshelferinnen im Land ist nach Ansicht des Deutschen Hebammenverbandes ein Symptom für den Notstand in der Pflege. Die Lösung ist wie immer das Problem: Mehr Geld. Schlichtungsverhandlungen für Freiberuflerinnen stehen bevor.

Ohne drastische Verbesserungen beim Verdienst für Hebammen wird sich die Versorgung schwangerer Frauen aus Sicht des Deutschen Hebammenverbandes weiter verschlechtern. "Die Vergütung angestellter und freiberuflicher Hebammen ist grauenvoll", sagte Verbandspräsidentin Martina Klenk anlässlich des bevorstehenden Internationalen Hebammentags am 5. Mai 2017. Der wachsende Druck auf die Geburtshelferinnen entwickele sich zu einem Verdrängungsmechanismus aus dem Beruf, ergänzte die Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg, Jutta Eichenauer. Zum Hebammentag wünsche sie sich von der Politik dringend mehr Lösungen als Bekenntnisse.

Verbandspräsidentin Klenk forderte für Freiberuflerinnen einen Brutto-Stundenlohn von knapp 50 Euro, um nach Abzug von Steuern und Abgaben auf zwischen 16 und 18 Euro zu kommen. Momentan verdienten sie nur etwa die Hälfte pro Stunde. In Schlichtungsverhandlungen am 19. Mai zwischen Hebammenvertretern und dem Spitzenverband der Krankenkassen GKV solle über eine angemessene Vergütung verhandelt werden. "Bislang konnten wir nicht erreichen, was wir brauchen", so Klenk.

Sie verlangte zudem für die freiberuflichen Hebammen erneut einen Haftpflichtfonds oder am besten ein Modell analog zur gesetzlichen Unfallversicherung. "Das wäre eine gute Lösung", sagte Klenk. Zwar werde seit 1. Januar von den Krankenkassen ein Ausgleich gezahlt, der die hohen Haftpflicht-Prämien für die Geburtshelferinnen zum Teil auffange. Ab 1. Juli steige aber die Prämie und damit der Selbstbehalt. "Steigerungen sind bei dem Ausgleich nicht ausreichend mitberücksichtigt. Das zeigt: Eine langfristige Lösung ist das nicht." Zur Zeit liegt die Prämie den Angaben zufolge bei 6.843 Euro pro Jahr, ab 1. Juli bei 7.639 Euro. Der Selbstbehalt steigt dann von aktuell 1.954 auf 2.053 Euro.

Die schlechte Bezahlung von Hebammen spiegele das Problem allgemein miserabler Bezahlung sozialer Berufe wider. "Da muss dringend was passieren", sagte Klenk. Das könne auch nicht darüber kompensiert werden, dass man ausländische Pflegekräfte ins Land hole. "Damit ziehen wir ja auch dort die Fachkräfte ab", sagte sie. Für die Hebammen bleibe das Problem: "Die Haftpflicht ist zu hoch, die Vergütung zu gering."

Zum bevorstehenden Hebammentag am 5. Mai wolle sich der Verband neben Verbesserungen bei der Entlohnung der Geburtshelferinnen mit zwölf Thesen für eine bessere Geburtshilfe einsetzen. Darin wird unter anderem der Wunsch erneuert, eine Eins-zu-eins-Betreuung der Frau durch eine Hebamme während der Geburt sicherzustellen.

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