Männer schwindeln beim Arzt

Eine neue Studie zeigt, dass primär Männer den Arztbesuch scheuen und Symptome bagatellisieren, um dem kulturellen Zwang der Maskulinität gerecht zu werden. Männer scheuen den Arztbesuch, da dieser

Eine neue Studie zeigt, dass primär Männer den Arztbesuch scheuen und Symptome bagatellisieren, um dem kulturellen Zwang der Maskulinität gerecht zu werden.

Männer scheuen den Arztbesuch, da dieser ein Zeichen von Schwäche bedeuten könnte und nicht mit dem gesellschaftlichen Idealbild des maskulinen Mannes zusammenpasst. Diese Annahme konnte nun im Rahmen einer Studie bestätigt werden. Wenn Männer den Weg zum Arzt doch finden sollten, ziehen sie den Arzt einer Ärztin vor, allerdings sind sie bei einem Arzt weniger offenkundig, was ihre Symptome anbelangt. Die Forscher sehen hier eine Verbindung zu der Annahme, dass Männer im Durchschnitt eine geringere Lebenserwartung als Frauen haben. Männer sterben durchschnittlich fünf Jahre früher als Frauen.

Die Studienautoren Himmelstein und Sanchez dokumentierten im Rahmen ihrer Untersuchungen, dass Männer mit traditionellen Wertvorstellungen von Maskulinität – darunter Stärke, Mut, Selbstständigkeit und Zurückhaltung von Emotionen – eher dazu neigen, medizinische Probleme zu ignorieren im Vergleich zu Männern und Frauen, die eine weniger traditionelle Haltung haben.

Auf der Annahme basierend, dass Ärzte kompetenter sind als Ärztinnen, geht der traditionell denkende Mann lieber zu einem Arzt. Die Erkenntnis, dass Männer gegenüber Ärzten weniger offenkundig sind, kommentiert Sanchez folgendermaßen: “Dies ist darauf zurückzuführen, dass Männer keine Schwäche zeigen und schon gar nicht von einem anderen Mann abhängig sein wollen.”

Traditionelle Vorstellung von Maskulinität geht mit Bagatellisierung von Symptomen einher

Männer, die eine eher traditionelle Vorstellung von Maskulinität haben, beanspruchen seltener medizinische Hilfe, bagatellisieren ihre Symptome und haben einen schlechteren Gesundheitszustand als Frauen und Männer mit weniger traditionellen Vorstellungen.

Allerdings stellte sich in der Studie heraus, dass auch einige Frauen vergleichbare traditionelle Wertvorstellungen haben – darunter vor allem Mut und Selbstständigkeit  – und ein ähnliches Verhaltensmuster verfolgen: sie konsultieren seltener ärztliche Hilfe und artikulieren im Falle eines Arztbesuches die Symptome nicht offenkundig.

Auch wenn einige Ausnahmen die Regel bestätigen, schlussfolgert Himmelstein: “Auf Männern lastet ein kultureller Zwang, der Mut, Selbstständigkeit und Stärke fordert. Frauen unterliegen diesem Zwang nicht und fühlen sich daher nicht dazu veranlasst, gesundheitliche Probleme zu verbergen.”

Die Studienergebnisse suggerieren, dass ein zu hohes Maß an Selbstständigkeit gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann, unabhängig vom Geschlecht.

Text: Daniela Feinhals

Foto: Monkey Business Images / Shutterstock.com

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