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Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr Pflegeheime

Hilfsbedürftige müssen lange auf einen Platz im Heim warten

Wartelisten im Altenpflegeheim - es kann Wochen und Monate dauern, bis ein Platz frei wird. Was tun? Betroffene Familien haben ein Problem.

Opa kann nicht mehr allein in seiner geliebten Wohnung leben: Der 92-jährige Witwer ist fast blind, von Schwindelanfällen geplagt, sturzgefährdet und trinkt nicht genug. Bei einem Klinikaufenthalt raten Ärzte, der ambulante Pflegedienst und Sozialarbeiter von einer Rückkehr in das Apartment im ersten Stock dringend ab. Die Familie hat zwei Wochen Zeit, einen Platz in einem Pflegeheim zu finden, dann wird Opa aus der Klinik entlassen - ein Projekt, das die Beteiligten an ihre Grenzen bringt. Nirgends, wo sie anrufen, ist ein Platz frei. Die Heime führen Wartelisten. In Aussicht können die meisten zudem nur einen Platz im Zweibettzimmer stellen, das Opa sich mit einer wildfremden Person teilen soll.

Die Leiterin des DRK-Pflegeheimes Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Karin Wößner, kennt die Not solcher Familien genau. Auch ihr Heim, Baujahr 1993, mit 24 Doppel- und 10 Einzelzimmern, hat eine Warteliste. Die meisten Bewohner kämen über das Krankenhaus, sagt sie. Plätze für Männer seien besonders gefragt. Die Chance auf ein Einzelzimmer gehe eher gegen null. "Schön ist das nicht", sagt sie. Landesweit gibt es laut Pflegestatistik 10.300 Einbettzimmer in Pflegeheimen und 9200 Plätze in Zweibettzimmern. Hinzu komme noch eine kleine Anzahl an Drei- und Vierbettzimmern (Stand: 2015).

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sieht derzeit keinen akuten Mangel an Pflegeheimplätzen. Sie verweis auf die jüngste Pflegestatistik: Danach waren Ende 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 79.145 Menschen pflegebedürftig. 18.965 wurden in einem der landesweit 369 Pflegeheime betreut. Dort standen 21.720 Plätze zur Verfügung, "so dass landesweit betrachtet von einer ausreichenden Anzahl an verfügbaren Plätzen gesprochen werden kann, allerdings mit einem hohen Auslastungsgrad in der vollstationären Pflege."

Die Krankenhäuser, die eigens Sozialarbeiter beschäftigen, um für Patienten nach deren Entlassung das richtige Umfeld zu organisieren, berichten anderes. Der Sprecher der Helios-Kliniken in Schwerin, Patrick Hoppe, sagt, 50 bis 60 Anrufe pro Tag bei Pflege-Einrichtungen in der Region seien keine Seltenheit. "Wir spüren den Mangel an Plätzen massiv." Ähnliches berichtet sein Sprecher-Kollege im Helios-Hanseklinikum in Stralsund, Mathias Bonatz. Es komme vor, dass Patienten länger im Klinikum behalten würden, weil keine Heimplätze frei seien, sagt er.

Die Politik favorisiert den Pflege-Ansatz "ambulant vor stationär". Das kostet weniger und viele Menschen wollen auch - so lange es irgend geht - in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Ein vielversprechender Weg scheint die Kombination aus ambulanter Pflege zu Hause und dem Besuch einer Tagespflege-Einrichtung zu sein, wenn der Senior oder die Seniorin noch nicht bettlägerig oder allzu dement ist. Morries Rütz vom Ambulanten Lewitz Pflegedienst in Plate bei Schwerin sagt, noch gebe es bei ihm keine Warteliste für die Tagespflege. Gerade entstünden auch im Land viele Tagespflegeplätze. "Aber auch dort werden Mitarbeiter gebraucht", sagt er. "Es wird sich daran entscheiden, ob man Kräfte findet."

Für Opa hat die Familie nach tagelangen Telefonaten einen Platz in einem Pflegeheim im Land Brandenburg gefunden, eine gute Stunde mit dem Auto vom Wohnort der Kinder im südwestlichen Mecklenburg entfernt. Sogar ein Einzelzimmer hat der 92-Jährige dort bekommen. Ein bisschen traurig sind alle über die Entfernung, aber sie haben nicht lange nachgedacht und zugegriffen.