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Mediziner beurteilen Gesundheit von Flüchtlingen im Allgemeinen positiv

Der Gesundheitszustand der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sei im Großen und Ganzen gut, betonen führende Ärzte auf dem DGP-Kongress in Leipzig. Besondere Aufmerksamkeit schenken die Pneumologen der Tuberkulose.

Das im Durchschnitt junge Alter der Flüchtlinge insbesondere aus Syrien und dem Irak sei einer der Hauptgründe, warum ihr Gesundheitszustand sich als deutlicher besser darstelle als vielfach angenommen und in den Medien berichtet. Diese Ansicht vertreten führende Pneumologen auf dem 57. Kongress der Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Leipzig. Gerade überaus ansteckende Infektionserkrankungen mit hohem Gefährdungspotenzial für die native Bevölkerung wie zum Beispiel Lassa-Fieber oder Ebola könnten aufgrund der kurzen Inkubationszeiten von meist einigen Tagen bis wenigen Wochen so gut wie nicht auftreten. “Niemand kann mit Ebola drei Wochen oder länger unterwegs sein”, betont Professor Torsten Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie an der Lungenklinik Heckeshorn des HELIOS Klinikums Emil von Behring in Berlin.

Saisonbedingt würden Atemwegserkrankungen an erster Stelle stehen und gerade Infektionen durch Grippeviren und andere Atemwegspathogene wie zum Beispiel Streptokokken und Hämophilus eine Rolle spielen, so die Experten. Hier handelt es sich um auch in einem deutschen Winter übliche Erkrankungen, die nicht meldepflichtig ist. Aktuelle Statistiken besagen, dass die die Influenzasaison 2015/2016 bisher weniger Fälle als in der Saison 2014/2015 aufweist, aber über dem Niveau von 2013/2014 liegt und einen aktuell noch einen Anstieg verzeichnet (Quelle: Influenza-Wochenbericht 07/16, AGI/RKI).

Niedriges Alter der Flüchtlinge ein Grund für solide Gesundheit

Professor Bauer erklärte außerdem, dass die Altersverteilung der Flüchtenden eine deutliche Häufung bei jungen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zeige, so dass altersspezifische Infektionen wie Mittelohrentzündungen (Otitis media), Hals- und Rachenentzündungen (Tonsilitis) sowie Magen- und Darminfektionen (Gastroenteritis) zum täglichen Behandlungsspektrum der Ärzten gehörten. Vielfach würden Flüchtlingen Impfungen wie gegen Windpocken und Masern fehlen, was aufgrund der Unterbringung von zahlreichen Menschen auf geringem Raum nach ihrer Ankunft in Deutschland nachgeholt werde.

Bei der Tuberkulose verzeichnen die Flüchtlinge generell eine höhere Prävalenz als in der heimischen Bevölkerung. Hier gibt es ein Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch. “Tuberkulose kommt in Ländern wie Syrien und Irak häufiger vor als in Deutschland”, sagt Bauer. Beide Länder gehören der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge aber bei weitem nicht zu den Schwerpunktregionen von Tuberkulose. Diese ist deutlich stärker in afrikanischen Staaten und Indien verbreitet als im Nahen oder Mittleren Osten. Die Verbreitung von TBC hängt mit schlechten Lebensbedingungen, Unterernährung und räumlicher Enge in Wohngebäuden zusammen. Auch gibt es einen Zusammenhang zu einer Aids-Erkrankung. Die Tuberkulosekontrolle liegt in Deutschland vor allem in den Händen von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen wie dem Robert Koch-Institut oder dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose.

In einem speziellen Symposium zu Fragen rund um die Behandlung von Flüchtlingen wurde thematisiert, dass diese aufgrund ihrer Erlebnisse vermehrt mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zu kämpfen hätten. Diese verzögerte psychische Reaktion tritt besonders bei extrem belastenden Ereignissen wie Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen oder Kriegshandlungen auf, was sich in Ängsten niederschlagen könne.

Privat-Dozent Peter  Bobbert, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, Evangelisches Krankenhaus Hubertus in Berlin, auf dem Deutschen Krebskongress (DKK) über Herausforderungen der Flüchtlingsmedizin.