Mediziner diskutierten bei Internistenkongress über molekulare Prinzipien der Inneren Medizin

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Der erste Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin(DGIM) in Mannheim war ein voller Erfolg: Mehr als 8000 Teilnehmer besuchten die verschiedenen Kurse, Symposien, Vorträge und Workshops.

Der Vorsitzende der DGIM, Professor Dr. med. Michael Hallek aus Köln, fasste seine Kongressschwerpunkte unter dem Leitthema “Molekulare Prinzipien in der Inneren Medizin” zusammen. Den Kongress begleitete eine Ausstellung zur Geschichte der DGIM in der NS-Zeit, die Hallek zusammen mit Dr. med. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, eröffnete. Mit der DGIM-Initiative “Klug entscheiden” prägte Hallek darüber hinaus das Kongressgespräch.

“Wir müssen das eigentliche ‘Arzt sein’ in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit stellen anstatt uns ökonomischen Zwängen zu unterwerfen”, sagt der Direktor der Klinik 1 für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln. Wenn viel und womöglich unnötig technisch-diagnostisch untersucht würde, ginge dies rasch auf Kosten des Arzt-Patienten Gesprächs und der klinischen körperlichen Untersuchung. “Es gilt, unser Tun als Arzt zu reflektieren und für unsere Patienten mir Sorgfalt und genügend Zeit die besten Entscheidungen zu finden” so Hallek. Für alle internistischen Schwerpunkte würden in nächster Zeit medizinische Prozeduren definiert, die Ärzte in bestimmten Situationen ausdrücklich nicht durchführen sollten: Insgesamt 120 verschiedene medizinische Verfahren. Beispiele dafür sind etwa die Gabe von Antibiotika bei leichten Erkältungen oder Herzkatheteruntersuchungen bei Menschen ohne eindeutige, relevante Beschwerden.

Ein besonderes Anliegen war dem Vorsitzenden der DGIM das Projekt “Die DGIM in der NS-Zeit”. Die im Rahmen seines Kongresses im Rosengarten präsentierte Ausstellung ist das erste Ergebnis von Untersuchungen zur Geschichte der Fachgesellschaft. Darin zeigt sich, dass auch Internisten und Mitglieder der DGIM sich aktiv an der nationalsozialistischen Diktatur beteiligten. “Es liegt dem Vorstand der DGIM und mir sehr viel daran, durch die überfällige Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels unserer Vergangenheit einen in die Zukunft gerichteten Beitrag zu leisten”, betont Hallek. Bereits 2011 beauftragte die DGIM damit deshalb die Historiker Professor Dr. phil. Hans-Georg Hofer aus Münster und Privatdozent Dr. phil. Ralf Forsbach von der Universität Bonn.

Den Kongress stellte Professor Hallek unter das Zeichen molekularbiologischer Prinzipien. Denn diese würden die Innere Medizin immer stärker prägen: So spielen beispielsweise bei der Entstehung von Diabetes die gleichen molekularen Signalwege eine Rolle wie bei bestimmten Krebserkrankungen. “Im Rahmen dieser Entwicklung wird sich die Innere Medizin selbst verändern”, meint Hallek, “Grenzen zwischen internistischen Schwerpunkten werden dabei vielleicht sogar verschwinden.” Herausragende Wissenschaft und Forschung zeichneten die DGIM auf dem Kongress vielfach aus. Unter anderem ging der mit 30 000 Euro dotierte Theodor-Frerichs-Preis an den Münchener Wissenschaftler Privatdozent Dr. med. Florian Bassermann von der Technischen Universität München. In diesem Jahr tagte die DGIM zum ersten Mal im Congress Center Rosengarten. Denn wegen des Neubaus der Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden findet der Internistenkongress von 2015 bis 2017 in Mannheim statt. Mit mehr als 23 000 Mitgliedern ist die DGIM die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland und Europa.

Text: DGIM /Elke Bußmann

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