Medizinische Kinderschutzleitlinie ist Meilenstein für den Kinderschutz

Wichtiger Schritt zu gemeinsamem Vorgehen im Kinderschutz

Die neue medizinische Kinderschutzleitlinie der höchsten Qualitätsstufe [„AWMF-S3(+)-Leitlinie Kindesmisshandlung, -missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik“], die vom Universitätsklinikum Bonn erarbeitet wurde, wird heute bei einer Fachtagung in Bonn vorgestellt. Die Entwicklung der Kinderschutzleitlinie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt dazu: "Wir müssen früher erkennen und schneller helfen, wenn Kinder in Not sind. Oft fallen gerade in der Arztpraxis erste Anzeichen von Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung auf. Die neue Leitlinie bietet Ärzten eine wichtige Unterstützung. Damit Kinder, deren Leib und Seele in Gefahr ist, besser geschützt werden können."

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Bonn haben gemeinsam mit Fachleuten aus den Bereichen der Jugendhilfe und Pädagogik Handlungsempfehlungen für den Kinderschutz erarbeitet und in der neuen medizinischen Leitlinie zusammengefasst.

Die Kinderschutzleitlinie soll Fachkräften aus Medizin, Pädagogik und Jugendhilfe dabei helfen, bei Fällen von Kindeswohlgefährdung angemessen zu reagieren und zusammenzuarbeiten. Das diagnostische Vorgehen bei Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung wird strukturiert abgebildet. Dabei stehen die Zusammenarbeit zwischen den Versorgungsbereichen sowie der bestmögliche Zugang zu Hilfe- und Unterstützungsangeboten im Fokus.

"Mit der medizinischen Leitlinie zum Thema Kindesmisshandlung, -missbrauch und -vernachlässigung haben wir einen wichtigen Schritt hin zu einem gemeinsamen Vorgehen im Kinderschutz getan. Für uns war es wichtig, in diesem Prozess neben der Jugendhilfe und der Pädagogik auch die Kinder und Jugendlichen zu beteiligen", sagt Projektleiter Jürgen Freiberg vom Universitätsklinikum Bonn, der zudem das Engagement aller beteiligten Fachleute sowie des verstorbenen Kinderarztes und Projektleiters Dr. Ingo Franke hervorhob.

Quelle: Universität Bonn

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