Mehr Dolmetscher in Krankenhäusern gefordert

Nach einem Arztgespräch sind Patienten mit ausländischen Wurzeln oft verunsicherter als vorher – das liegt oft an Sprachproblemen. Für eine bessere Verständigung zwischen Immigranten und Ärzt

Nach einem Arztgespräch sind Patienten mit ausländischen Wurzeln oft verunsicherter als vorher – das liegt oft an Sprachproblemen.

Für eine bessere Verständigung zwischen Immigranten und Ärzten sollte es ‎aus Sicht der Berliner Professorin Theda Borde mehr qualifizierte Dolmetscher ‎im Gesundheitswesen geben. In Krankenhäusern funktioniere die Kommunikation oft nur mit ‎Händen und Füßen. “Das darf es nicht mehr geben”, sagte Borde der Deutschen Presse-‎Agentur. Sie sprach sich für eine “Politik der Mehrsprachigkeit aus”. An diesem Mittwoch wird ‎sie als Referentin bei der Landesgesundheitskonferenz sprechen. Diese steht unter dem Motto ‎‎”Migration und Gesundheit – Berlin vor neuen Herausforderungen?”. ‎

Die Gesundheitswissenschaftlerin von der Alice Salomon Hochschule Berlin hat Studien zur ‎Gesundheit von Menschen mit ausländischen Wurzeln ausgewertet. Außerdem befragten sie ‎und Kollegen 7100 Frauen von 17 bis 45 Jahren, die zur Entbindung in drei große Berliner ‎Krankenhäuser kamen. Etwas mehr als die Hälfte dieser Frauen zählte demnach zu den ‎sogenannten Menschen mit Migrationshintergrund. “Jede dritte dieser Frauen hatte nur ‎geringe Deutschkenntnisse”, sagte Borde. Sprachliche Probleme bei ‎Arztterminen seien damit ein großes Hindernis. Oft sei die Unsicherheit nach einem Gespräch ohne ‎Dolmetscher noch größer als vorher. Durch diese sprachlichen Probleme könne es zudem zu ‎einer teuren Fehl-, Unter- oder Überversorgung kommen.‎

Borde plädierte außerdem dafür, sich die Herkunft der Patienten genauer ‎anzuschauen. “Wir haben eine sehr unterschiedliche Verteilung der Krankheiten in ‎verschiedenen Immigrantengruppen”, betonte sie. So neigten türkischstämmige Einwanderer ‎deutlich häufiger zu Diabetes als die deutsche Bevölkerung. Auch Schwangerschaftsdiabetes ‎sei bei türkischen Frauen häufiger. Das Risiko, an Magen- oder Lungenkrebs zu erkranken, ‎sei wiederum unter Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion besonders ‎hoch.‎

In der Landesgesundheitskonferenz sind laut Gesundheitsverwaltung 23 Berliner Institutionen und Verbände vertreten, die sich aktiv an der Gesundheitspolitik des Landes Berlin beteiligen oder Verantwortung im gesundheitspolitischen Bereich tragen. Die Konferenz gibt Empfehlungen, die die Mitglieder im Rahmen einer Selbstverpflichtung umsetzen.

Text und Foto: dpa /fw

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