Mikrobiom und Metabolom bei IBS

Ein Forschungsteam um Ian B. Jeffrey von der 4D pharma Cork Limited und vom University College Cork hat anhand von Stuhl- und Urinproben von 80 PatientInnen und 65 Kontrollen festgestellt, dass sich Mikrobiom und Metabolom von Personen mit und ohne Reizdarmsyndrom (IBS) grundsätzlich unterscheiden.

ReizdarmpatientInnen unterscheiden sich bzgl. ihres fäkalen und Urin-Metaboloms und ihres fäkalen Mikrobioms von Kontrollen

ForscherInnen um Ian B. Jeffrey von der 4D pharma Cork Limited und vom University College Cork haben anhand von Stuhl- und Urinproben von 80 PatientInnen und 65 Kontrollen festgestellt, dass sich Mikrobiom und Metabolom von PatientInnen mit und ohne Reizdarmsyndrom (IBS) grundsätzlich unterscheiden.1

Klinische Subtypen des IBS, die sich vornehmlich durch obstipative (IBS-C), Diarrhoe-artige (IBS-D) oder zwischen diesen Polen wechselnde Symptome (IBS-M) auszeichnen, konnten weder im Mikrobiom noch im Metabolom noch in einer Kombination beider Faktoren nachvollzogen werden. Hingegen ließen diese Studienparameter erkennen, wenn IBS-PatientInnen gleichzeitig an einer Gallensäure-Malabsorption (BAM) litten.1

Das Forschungsteam weist darauf hin, dass derzeit noch geprüft werden müsse, ob und in welchem Umfang ihre Ergebnisse verallgemeinert werden könnten, da an der Studie ausschließlich PatientInnen einer einzigen Ethnie und aus einer einzigen Klinik teilgenommen hätten.1

Gallensäure-Malabsoption, Mikrobiom, Metabolom – und was noch?

Die Ursachen des Reizdarmsyndroms seien noch immer unzureichend verstanden. Das gelte umso mehr für die Differenzierung nach klinischen Erscheinungsformen des Reizdarmsyndroms, so Jeffrey et al. Die fehlende Deckung zwischen Einteilungen nach der Klinik bzw. Mikrobiom und/oder Metabolom zeige, dass entscheidende Faktoren des Reizdarmsyndroms bei der Charakterisierung der Erkrankung bisher unzureichend verstanden seien.

In der vorliegenden Untersuchung gelingt es den WissenschaftlerInnen zwar, mit der Gallensäure-Malabsorption einen weiteren Differenzierungsfaktor zu identifizieren. Durch diesen Parameter sei es ihnen möglich gewesen, zumindest eine Untergruppe von IBS-D- und IBS-M-PatientInnen mit BAM anhand ihres Metaboloms zu identifizieren. Sie räumen jedoch ein, weitere potenzielle Entstehungsfaktoren nur unzureichend berücksichtigt zu haben. So etwa die Passage-Zeit, die bekanntlich mit den IBS-Subtypen und dem Mikrobiom kovariiere.

Mit der Gallensäure-Malabsorption sei jedoch ein anderer, zweifellos wichtiger Faktor bei IBS berücksichtigt worden. So wiesen die ForscherInnen bei mehr als der Hälfte der untersuchten PatientInnen mit IBS-D oder IBS-M eine begleitende BAM nach. Darüber hinaus sei es den WissenschaftlerInnen gelungen, eine Signatur für BAM im fäkalen Metabolom nachzuweisen. Diese Metabolom-Signatur zu ermitteln, dürfte sich im klinischen Alltag als weitaus kostengünstiger und praktikabler erweisen, als das von WissenschaftlerInnen verwendete SeHCAT-Verfahren2, das für den regelmäßigen klinischen Einsatz nicht praktikabel sei.

Klinische Implikationen der Studie

Die AutorInnen fassen die potenziellen Auswirkungen ihrer Studie auf die klinische Praxis wie folgt zusammen:

Quelle:
1Jeffery IB, et al. Differences in Fecal Microbiomes and Metabolomes of People With vs Without Irritable Bowel Syndrome and Bile Acid Malabsorption. Gastroenterology. 2020. doi: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2019.11.301.

Abkürzungen:
SeHCAT: 23-seleno-25-homotaurocholic acid

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