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Millionen Frauen leiden unnötig

Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, setzt sich für die “Hormone Replacement Therapy” (HRT) ein

Gynäkologen haben sich neben der Geburtshilfe und der Heilung von Krankheiten immer schon auch für das gesunde Altern der Frauen eingesetzt. Das zunehmende Verständnis für die Stoffwechselvorgänge im Körper der Frau helfe dabei, erklärt der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Dr. Christian Albring. So sei lange bekannt, dass die so genannten weiblichen Hormone Botenstoffe sind und nicht etwa überflüssige Bestandteile der Körperflüssigkeiten, auf die man nach Belieben verzichten kann. Die Notwendigkeit des Ersatzes der Hormone Insulin und Thyroxin scheint jedem klar zu sein. Noch nie habe er einen Fernsehbericht oder eine Zeitungsmeldung zu dieser Replacement Therapy gesehen. Noch nie habe er eine Frau gesehen, die eines der beiden Hormone einfach weggelassen hätte. Anders der Umgang mit der HRT.

Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte

Nachdem die Hormon-Ersatz-Therapie für Frauen nach der viel beachteten Studie der Womans Health Initiative 2002 international in Verruf geraten war, ist sie inzwischen nach neuesten Erkenntnissen längst rehabilitiert. Aber nicht alle Zuständigen nehmen Notiz davon. Die Hormone Replacement Therapie wird weiter zu selten und zu zögerlich angewendet. Verantwortlich dafür macht Dr. Albring einseitig berichtende Medien, interessengeleitete Pharmaindustrie und falsch rechnende Krankenkassen. Wir wissen, führt der Experte aus, dass das Gehirn, die Steuerungszentrale des Körpers, Östrogene verlangt, wenn das Follikel stimulierende Hormon in die Höhe geht. Wir wissen auch, dass das FSH folgerichtig sinkt, wenn wir die fehlenden Hormone ersetzen. Welchen besseren Beweis für die HRT als sinnvolle physiologische Maßnahme könne es geben?

Vereinfacht dargestellt: Es sei nicht unnatürlich, Frauen mit der Hormone Replacement Therapy (HRT) zu substituieren, sondern es sei eher “unnatürlich”, dass sie das Alter des Wechsels erreichen. Vor 150 Jahren wurden Frauen im Durchschnitt nur knapp 40 Jahre alt. Nicht die Natur sondern Menschen haben das durch Medizin, Hygiene, Geburtenkontrolle, Ernährung sowie Arbeits- und Wohnbedingungen bewirkt.

Kritik an den Krankenkassen

Jeder Schüler im Biologie Leistungskurs verstehe das. Die Krankenkassen und die Medien, kritisiert Dr. Albring, würden es nicht verstehen. Oder sie wollten es nicht verstehen. Irrigerweise scheinen die Kassen zu glauben, mit der Verweigerung der HRT Geld zu sparen. Das Gegenteil sei der Fall. Unter einer niedrig dosierten zeitnahen Substitution würden Herzinfarkte, Arteriosklerose, Osteoporose, Diabetes, Dickdarmkrebs und andere Krankheiten seltener auftreten. Milliarden wären einzusparen, wenn man die Patientinnen richtig substituierte. Allein Oberschenkelhalsbrüche kosten eine Milliarde Euro pro Jahr. First Line Therapie bei Osteoporose ist die Östrogen-Ersatz-Behandlung.

Aber substituierte Frauen werden auch älter. Sei die höhere Lebenserwartung vielleicht das Problem der Kassen – fragt der Arzt? Die Kassen engagierten Biomathematiker und diverse Fundamentalisten, die niemals eine Frau behandelt hätten – und ließen sie von den Gefahren der HRT berichten. Und viele Medien lassen sich missbrauchen und nutzen solche Äußerungen nach der Devise ‘only bad news is good news’.

Von der Renaissance der HRT sei dagegen bundesweit nichts zu hören, auch nicht im Deutschen Ärzteblatt. Allenfalls einige Fachzeitschriften berichten darüber. Darum würden seit über zehn Jahren Millionen Frauen unnötigerweise am Mangel leiden, häufiger erkranken und früher sterben. Und die verordnenden Ärztinnen und Ärzte – jahrelang verunsichert – sagen immer häufiger: Liebe Frau, da müssen Sie durch! Dr. Albring appelliert an seine Kolleginnen und Kollegen, sich nicht weiter verunsichern zu lassen und den ihnen vertrauenden Frauen nach den neusten Erkenntnissen zu helfen. Er sagt: “Ich möchte hier und heute wieder eine Lanze für die HRT brechen! Wehren wir uns vereint gegen die Einflussnahme von Laien auf die medizinisch indizierte und unter Beachtung der Kontraindikationen verordnete HRT.”