Mindestsprechstundenzeiten führen zu Entwertung von Hausbesuchen

Der Deutsche Hausärzteverband übt deutliche Kritik an der geplanten Ausweitung der Mindestsprechstundenzeiten von derzeit 20 auf 25 Stunden pro Woche. Dies sei eine kurzsichtige Maßnahme, die die Realitäten in den Praxen ignoriere.

Niederlassung wird für Ärztinnen und Ärzte zunehmend unattraktiv

Der Deutsche Hausärzteverband übt deutliche Kritik an der geplanten Ausweitung der Mindestsprechstundenzeiten von derzeit 20 auf 25 Stunden pro Woche. Dies sei eine kurzsichtige Maßnahme, die die Realitäten in den Praxen ignoriere. Deutlich werde das insbesondere auch daran, dass Hausbesuche nicht zur Sprechstundenzahl gezählt würden. Dies bestätigte die Bunderegierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen. "Viele Patientinnen und Patienten sind auf die Hausbesuche angewiesen. Sie sind ein ganz zentraler Bestandteil der hausärztlichen Versorgung. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Zeit, die Hausärztinnen und Hausärzte mit dieser wichtigen Aufgabe verbringen, nicht zur Sprechstundenzeit gerechnet wird. Das ist nichts anderes, als eine Entwertung der Hausbesuche."

Ulrich Weigeldt, Bundesvositzender des Deutschen Hausärzteverbands, betonte, dass gerade für immobile Patientinnen und Patienten der Hausbesuch unersetzbar sei. Er stelle für sie häufig die einzige Möglichkeit dar, einen Arzt zu konsultieren. Aktuelle Zahlen aus Nordrhein belegen, dass die Zahl der Hausbesuche durch Hausärztinnen und Hausärzte in den letzten Jahren weiter gestiegen ist. "Hausbesuche müssen gefördert und nicht durch politische Vorgaben rationiert werden", so Weigeldt weiter. Dazu gehöre auch eine vernünftige Vergütung.

Dirigistische Maßnahmen verkennen Berufsalltag

Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert bereits seit längerem die geplante Ausweitung der Mindestsprechstundenzahl von derzeit 20 auf zukünftig 25 Stunden. Dies sei ein unverhältnismäßiger Eingriff in die freiberufliche Arbeit der Ärztinnen und Ärzte. Laut einer Untersuchung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung arbeiten Hausärztinnen und Hausärzte bereits heute im Schnitt über 53 Stunden pro Woche. "So zu tun, als ob die Probleme in der Versorgung ihren Ursprung in einer mangelnden Leistungsbereitschaft der Ärzteschaft haben, ist absurd. Das lenkt schlicht und einfach von den wahren Baustellen im System ab."

Weigeldt warnte davor, durch dirigistische Maßnahmen die spezifische Situation der einzelnen Praxis aus dem Blick zu verlieren: "Statt immer mehr Regularien, brauchen wir flexible Lösungen, die auch besondere Praxissituationen berücksichtigen. Es kann nicht angehen, dass Kolleginnen und Kollegen, die besonders viele Hausbesuche fahren, sich am Ende noch unterstellen lassen müssen, nicht genug zur Patientenversorgung beizutragen. Im Zweifel droht dann sogar noch ein Regress! Dieses one-fits-for-all-Denken macht die Niederlassung als Hausärztin oder Hausarzt für den Nachwuchs nicht gerade attraktiver.“

Quelle: Deutscher Hausärzteverband

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