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Mit einfachen Methoden gegen Keime

Es klingt einfach und wird doch oft unterschätzt: Die Desinfektion der Hände senkt das Risiko einer Infektion. Krankenhaushygieniker sollen verhindern, dass sich Patienten gefährliche Keimen einfangen.

Krankenhaushygieniker versuchen Infektionen bei Klinikaufenthalten zu verhindern

Es klingt einfach und wird doch oft unterschätzt: Die Desinfektion der Hände senkt das Risiko einer Infektion. Krankenhaushygieniker sollen verhindern, dass sich Patienten gefährliche Keimen einfangen.

"Bloße Reinigung ist nicht Hygiene", sagt Thomas Talaska. Da A und O sei die gründliche und regelmäßige Desinfektion der Handoberflächen, den häufigsten Überträgern aller Infektionskrankheiten, betont der Facharzt. Seit zwei Jahren arbeitet er als Krankenhaushygieniker der kommunalen Krankenhausgesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG), zuständig für fünf Kliniken in den Landkreisen Barnim und Uckermark. Talaskas Aufgabe ist es, Infektionen bei einem Krankenhausaufenthalt zu verhindern.

Dies sei in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland vielerorts vernachlässigt worden, meint der Mediziner - frei nach dem Motto: "Wir haben im Notfall ja Antibiotika". Der 58-Jährige verweist auf Schlagzeilen über "multiresistente Keime".

Vorteile von Händedesinfektion schon lange bekannt

Dabei hatte der ungarische Mediziner Ignaz Semmelweis bereits im 19. Jahrhundert in einer Wiener Geburtsklinik bemerkt, dass weniger Patienten starben, seitdem er auf der Händedesinfektion des medizinischen Personals bestand. "Er hat den Grundstein zur Verhinderung von Infektionen gelegt", betont Talaksa , der 1987 am Klinikum Frankfurt (Oder) seine Doktorarbeit zum Thema geschrieben hat.

In den 53 Kliniken der Mark sind laut Geschäftsbericht der Landesärztekammer lediglich fünf Viro- oder Mikrobiologen sowie ein Umweltmediziner als Krankenhaushygieniker tätig. "Die Anzahl der erworbenen Abschlüsse oder Qualifikationen ist möglicherweise höher. Doch ob die Mediziner tatsächlich in diesem Bereich eingesetzt werden, ist unklar", sagt Kammersprecherin Anja Zimmermann.

Kaum Krankenhaushygieniker verfügbar

Krankenhaushygieniker seien kaum verfügbar, macht Jens-Uwe Schreck deutlich, der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft. "Bundesweit mangelt es den Universitäten auch an Bewerbern für diesen Fachbereich." Schreck beurteilt die Hygiene-Situation in Brandenburger Krankenhäusern dennoch als gut.

Infektionsprävention sei wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements der GLG, betont Geschäftsführerin Steffi Miroslau. "Nur der komplexe Ansatz - Hygiene und Infektiologie - mit Dr. Talaska als Chefarzt der Stabsstelle Krankenhaushygiene wird dauerhaft erfolgreich sein und mehr Patientensicherheit bringen."

Mediziner hat aktuelle Forschung zu Keimen im Blick

Talaskas Aufgabe ist es, alle Daten und Forschungsergebnisse zu Krankheitserregern im Blick zu haben und "Spielregeln" in den Krankenhäusern aufzustellen. Als Hygienefachkräfte qualifizierte Krankenschwestern schulen das medizinische Personal und überwachen die Einhaltung der Vorschriften, beispielsweise beim Verbandswechsel.

"Wenn alle Beteiligten verstehen, dass die Händedesinfektion nicht lästig, sondern die wirksamste Vorbeugung von Infektionen im Krankenhaus ist, können wir wirklich etwas erreichen", ergänzt Talaska. So seien bei bestimmten Erregern die Infektionen um die Hälfte zurückgegangen, zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen vor allem älterer Patienten.

"Hundertprozentig zu vermeiden sind Infektionen allerdings nicht. Patienten kommen teilweise bereits mit gefährlichen Keimen ins Krankenhaus", macht der Arzt deutlich. Viele trügen sie im Magen-Darm-Trakt jahrelang ohne es zu bemerken. Erst bei einer Infektion machten diese Keime Probleme. Dabei seien multiresistente Erreger nicht gefährlicher als andere, nur schwieriger zu bekämpfen.

Um die "Völkerwanderung der Viren und Bakterien" zu durchbrechen, müsse präventiv gearbeitet werden, betont Talaska. Dazu gehören nicht zuletzt die Desinfektionsspender überall in den Häusern, auf den Fluren, den Stationen, vor den OP-Räumen und in den Toiletten.