Mitarbeiter an Unikliniken kriegen mehr Geld

Mehr Geld, höhere Nachtzuschläge und mehr Urlaub für Azubis. Der Tarifstreit für Mitarbeiter an den vier Unikliniken im Südwesten ist beigelegt. Für die Ärzte wird allerdings separat verhandelt.

Die rund 26 000 nicht-ärztlichen Mitarbeiter der Universitätskliniken im Südwesten bekommen mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi einigten sich am Montagabend auf einen Abschluss für die Beschäftigten der Unikliniken Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm. Demnach bekommen Mitarbeiter rückwirkend ab dem 1. Mai dieses Jahres 65 Euro mehr Geld im Monat, für Auszubildende sind es 40 Euro. Ab April 2017 steigt das Gehalt noch einmal um 2,35 Prozent, für Azubis um weitere 35 Euro.

Außerdem gibt es höhere Zuschläge für Nachtdienste – zwischen Mitternacht und 4.00 Uhr wachsen sie von 25 auf 30 Prozent. Auszubildende haben künftig Anspruch auf 29 satt 28 Tage Urlaub; ab dem zweiten Jahr sind es 30 Tage. Der neue Tarifvertrag läuft bis Ende April 2018.

Die Gewerkschaft Verdi hatte 200 Euro mehr pro Monat für alle Arbeitnehmer und rund 120 Euro monatlich mehr für Azubis gefordert. Die Arbeitgeber wollten eine Laufzeit des neuen Tarifvertrages von 15 Monaten, die Gewerkschaft favorisierte 12 Monate.

Gabriele Sonntag, Vorstandsmitglied im Arbeitgeberverband, sagte im Vorfeld, die vier Häuser erwirtschafteten keine Gewinne. Investitionen seien damit nicht möglich. Die finanziell angespannte Lage resultiere auch daraus, dass die Unikliniken Sonderaufgaben hätten, die nicht entsprechend vergütet würden. Die Arbeitnehmer seien schon jetzt etwa fünf Prozent besser bezahlt als die Kollegen, die an den kommunalen Häusern unter den Tarifvertrag öffentlicher Dienst oder an Unikliniken unter den Tarifvertrag mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) fielen.

Sonntag zufolge gibt es außerhalb von Baden-Württemberg 29 weitere Unikliniken. An jeder zweiten gelten Haustarifverträge. Für die andere Hälfte handelt Verdi mit der TdL die Bedingungen aus. Aus der TdL waren die Südwest-Unikrankenhäuser 2006 ausgetreten. Für die 6000 Ärzte an den vier Kliniken wird separat verhandelt.

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