Mobile Zahnärzte sollen die Betreuung von Pflegeheimbewohnern verbessern

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Viele Heimbewohner in Sachsen-Anhalt waren seit Jahren nicht mehr beim Zahnarzt. Das soll sich nun dank „Patenschafts-Zahnärzten“ ändern.

Im November letzten Jahres hatte bereits die Deutsche Stiftung Patientenschutz die schlechte zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen beanstandet. Die Patientenschützer verlangten daraufhin, dass die Verantwortung für die Facharztversorgung von Pflegebedürftigen von den Hausärzten an die Pflegeheime übergeht.  Der Barmer GEK Pflegereport 2014, stellte ebenfalls eine schlechte Zahngesundheit bei Pflegebedürftigen fest.

Zahnärzte und Pflegeheime in Sachsen-Anhalt wollen daher in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, um die Zahngesundheit von Pflegeheimbewohnern zu verbessern. Wie die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt am Mittwoch in Magdeburg mitteilte, gibt es derzeitig rund 150 Kooperationsverträge zwischen Zahnärzten und verschiedenen Einrichtungen. Diese Zusammenarbeit ist seit April 2014 möglich. Vorher wurden die Ärzte nur gerufen, wenn zum Beispiel ein Heimbewohner Zahnschmerzen hatte. Nun ist neben zahnärztlichen Behandlungen auch die Vorsorge für die Pflegebedürftigen möglich.

Bundesweit gibt es rund 1000 dieser Verträge. Laut Kammerpräsident Frank Dreihaupt stehe Sachsen-Anhalt mit rund 150 also gut da. Rund ein Drittel der 460 Pflegeheime im Land werden versorgt. Vor der Neuregelung war es für Zahnärzte nicht möglich, in ein Pflegeheim zu gehen und dort zu erfragen, ob einer der Bewohner an Zahnschmerzen leidet. Durch die Regelung ist nun eine kontinuierliche Behandlung möglich.

Dr. Dieter Hanisch, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, berichtete von seinen Erfahrungen mit der zahnärztlichen Behandlung von Senioren in Heimen: „Manch einer hat 10, 12 Jahre keinen Zahnarzt mehr gesehen.“ Mittlerweile sei es auch ein Wettbewerbsmerkmal für die Pflegeheime, wenn sie einen oder mehrere „Patenschafts-Zahnärzte“ vorweisen könnten. Natürlich bleibe die freie Arztwahl aber als Grundsatz bestehen.

Die Umstände in den Heimen sind für die Zahnmediziner laut Hanisch allerdings schwierig. Sie haben dort nicht die technischen Geräte, die ihnen sonst in den Praxen zur Verfügung stehen. Daher müssen die Zahnärzte jeweils selbst entscheiden, ob sie vor Ort einen Zahn ziehen oder den Patienten doch in die Praxis transportieren lassen. Eine, wenn auch kostspielige Lösung wäre es, ab einer bestimmten Heimgröße ein Behandlungszimmer einzurichten.

Text: mit dpa /fw ; Foto@dpa

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