Molekulares Tumorprofiling: Signifikanter Einfluss auf Diagnose und Behandlung bei soliden Tumoren

Erste Ergebnisse der Studie des GAIN/iCAT2-Konsortiums zeigen die Bedeutung der molekularen Profilerstellung bei soliden Tumoren bei jungen Patient:innen.

Molekulares Tumorprofiling (MTP) bei 89% der Patient:innen erfolgreich

Erste Ergebnisse der Studie des GAIN/iCAT2-Konsortiums zeigen die Bedeutung der molekularen Profilerstellung bei soliden Tumoren bei jungen Patient:innen. 

Next Generation Sequencing (NGS) Assays sind heute ein Standardbestandteil der klinischen Versorgung vieler solider Tumoren bei Erwachsenen. Zur Bedeutung des molekularen Tumor-Profilings für die Versorgung von Kindern mit Krebs ist bislang noch vieles ungeklärt. Um die klinischen Auswirkungen der Identifizierung genomischer Veränderungen durch NGS bei jungen Patient:innen mit rezidivierten, refraktären oder extrakraniellen soliden Tumoren mit hohem Risiko zu bestimmen, wurde die GAIN/iCAT2 Consortium Studie (NCT02520713) gestartet. 

Dr. Allana Church (Boston Children's Hospital, MA, USA) berichtete über die ersten 389 Teilnehmer:innen (von geschätzten 825 Patient:innen) dieser prospektiven Kohortenstudie. Aufgenommen wurden Patient:innen an 12 Institutionen in den USA mit extrakraniellen soliden Tumoren, die im Alter von 30 Jahren oder weniger diagnostiziert wurden. Targeted DNA NGS wurde an ≥1 Tumorproben von allen Patient:innen durchgeführt. Bei ausgewählten Patient:innen wurden die Tumore auch einer RNA-Sequenzierung unterzogen. Die Testergebnisse wurden an die behandelnden Onkolog:innen zurückgeschickt und Daten zur Nachbehandlung und Reaktion wurden gesammelt. 

Ansprechen auf MTT bestimmt

Genomische Veränderungen wurden nach dem Nachweis der Auswirkung auf die Diagnose, die Prognose oder das Ansprechen auf eine zielgerichtete Therapie klassifiziert, die auf eine identifizierte Veränderung abgestimmt war (Matched Targeted Therapy, MTT). Dabei wurden etablierte Richtlinien verwendet. Das Ansprechen auf MTT wurde bestimmt und als solches bezeichnet, wenn entweder ein radiologisches Ansprechen nach RECIST vorlag oder die Therapiedauer über 4 Monate betrug. Die molekulare Tumorprofilierung (MTP) war bei 345 (89%) Patient:innen (Durchschnittsalter 11 Jahre bei Diagnose; 65% mit Sarkom) erfolgreich. Von diesen hatten 299 (87%) eine oder mehrere Veränderungen von klinischer Bedeutung. 

Genomische Veränderungen mit diagnostischer, prognostischer oder therapeutischer Bedeutung waren bei 208 (60%), 51 (15%) bzw. 240 (70%) Patient:innen vorhanden. Von den 240 Patient:innen mit Tumoren mit genomischen Veränderungen, die als therapeutisch bedeutsam eingestuft wurden, hatten 23 (11%) molekulare Befunde der Stufe 1 (klinische Evidenz gleiche/ähnliche Veränderung, gleiche Erkrankung). Insgesamt kamen 205 Patient:innen für eine MTT in Frage, da sie eine molekulare Veränderung mit therapeutischer Bedeutung und ausreichender Nachbeobachtung aufwiesen; 31 dieser Patient:innen (15%) erhielten eine MTT. Sieben Patient:innen (23%), die MTT erhielten, sprachen an, sechs davon waren Kinase-Fusionen (TCF12-NOTCH1-Fusion, KHDRBS2-BRAF-Fusion, RBPMS-NTRK2-Fusion, SEPT17-BRAF-Fusion, CCDC6-ALK-Fusion, MYH10-RET-Fusion). 

Fusionserkennung: wichtig für Sarkome und seltene Tumorfälle

Alle Responder erhielten eine zielgerichtete Therapie, die auf eine Fusion abgestimmt war (jeweils: Crenigacestat, Trametinib, Larotrectinib, Trametinib, Crizotinib und Vendetinib) und 78% der diagnostisch signifikanten Veränderungen waren Fusionen. 

Basierend auf diesen ersten Ergebnissen schlussfolgerte Dr. Church, dass das molekulare Tumorprofiling einen signifikanten Einfluss auf die Diagnose und die Behandlungsempfehlungen für junge Patient:innen mit extrakraniellen soliden Tumoren hat. "Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Fusionserkennung für Patient:innen mit Sarkomen und seltenen Tumoren."

Quelle: Church AJ, et al. Clinical impact of molecular tumor profiling in pediatric, adolescent, and young adult patients with extra-cranial solid malignancies: An interim report from the GAIN/iCat2 study. ASCO 2021 Virtual Meeting, abstract 10005.

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