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Neue ATS/ERS-Behandlungsleitlinien für Tuberkulose

Im Rahmen des ERS (European Respiratory Society) Meetings 2016 präsentierte Dr. Payam Nahid, Erstautor der neuen ATS/ERS-Behandlungsleitlinien, wichtige Neuerungen in den Behandlungsempfehlungen.

Im Rahmen des ERS (European Respiratory Society) Meetings 2016 präsentierte Dr. Payam Nahid, Erstautor der neuen ATS/ERS-Behandlungsleitlinien, wichtige Neuerungen in den Behandlungsempfehlungen.

“Seit der letzten Ausgabe, die 2003 veröffentlicht wurde, ist es nötig geworden, die Behandlungsleitlinien der Tuberkulose in bestimmten Situationen zu überarbeiten. Dies taten wir nicht nur für HIV-Patienten, sondern auch für Kinder. Darüber hinaus haben wir eine neue Patientengruppe berücksichtigt – den älteren Menschen mit TBC”, erklärte Dr. Nahid. Für Fälle, in denen die Evidenzlage zu wünschen übrig lässt, sind zusätzliche Empfehlungen verfasst worden; gute Empfehlungen werden immer von einer guten Beweislage untermauert.

Für die neuen Leitlinien wurde das PICO-System eingesetzt (PICO für patient, intervention, comparison, outcome), ein System anhand dessen sich eine klinische Fragestellung umreißen oder beantworten lässt. Es wurden neun PICO-Fragen zur optimalen Patientenversorgung formuliert. Mit der ersten Frage wollte man eruieren, ob für Patienten mit TBC ein sogenanntes “Case Management” eingeführt werden sollte (z.B. Patientenberatung, Hausbesuche). “Wir haben vorgeschlagen, im Rahmen der Behandlung von TBC-Patienten ein “Case Management” zu etablieren, da es aber an Daten mangelt, ist dies nur eine zusätzliche Empfehlung“, erklärte Dr. Nahid. Die zweite Empfehlung sieht eine direkt beobachtete Therapie vor, und zwar im Vergleich zur bisher bestehenden Selbstverwaltung der Routinebehandlungen aller TBC-Patienten.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt sechs Monate

Da zurückliegende Studien bisher versucht haben, von Patienten versäumte Behandlungsepisoden einzudämmen, wird für gewöhnlich eine Behandlungsdauer von sechs Monaten empfohlen. Bei erwachsenen HIV-negativen Patienten mit säurefesten Stäbchen und einer negativen TBC-Kultur ist eine Therapiedauer von vier Monaten ausreichend. In allen anderen Fällen ist eine verkürzte Behandlungsdauer mit einem erhöhten Rezidivrisiko verbunden. Bei HIV-Patienten mit oder ohne antiretrovirale Therapie kann die Therapie auf sieben bis neun Monate ausgedehnt werden.

In den neuen Leitlinien wurde die Beweisgrundlage für eine intermittierende Therapie überarbeitet. Nachdem in klinischen Studien die tägliche Gabe von vier Substanzen die größte Wirksamkeit gezeigt hat, werden Therapieregime mit einer einmal wöchentlichen Gabe nicht länger empfohlen: In der intensiven Phase wird eine tägliche Behandlung empfohlen, in der Folgephase sollte die Therapie weiter täglich oder aber mindestens dreimal wöchentlich fortgeführt werden. Im Gegensatz zu den bisher bestehenden Leitlinien werden Steroide nicht mehr routinemäßig für die TBC-Perikarditis empfohlen. Dennoch hat die zusätzliche Gabe von Kortikosteroiden bei TBC-Meningitis über sechs Wochen weiterhin ihre Berechtigung.

Eine wichtige Neuerung betrifft die Einführung einer antiretroviralen Therapie (ART) bei TBC-Patienten mit einer zusätzlichen HIV-Infektion: Bei diesen Patienten sollte die ART frühzeitig begonnen werden.

Quelle: Nahid P. The new ATS and ERS tuberculosis treatment guidelines. Oral presentation durg ERS 2016 meeting on 4 September 2016.