Neue Hoffnung für diabetische Wundheilungsstörung

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Forschern gelang der Nachweis, dass die Kombination aus dem Molekül ND-336 und dem Enzym MMP-8 die Wundheilung deutlich verbessert und neue Therapieoptionen bei der diabetischen Wundheilungsstörung verspricht.

Forscher der Universität von Notre Dame haben einen Stoff entdeckt, der die diabetische Wundheilung beschleunigt. Die chronische Wundheilungsstörung ist eine gefürchtete und weit verbreitete Komplikation bei Diabetes Mellitus, die jährlich allein in den USA zu über 70.000 Amputationen der unteren Gliedmaßen führt. Derzeit sind die Gründe der Wundheilungsstörung noch nicht bis ins Detail verstanden und die therapeutischen Maßnahmen, um die Heilung zu unterstützen und zu beschleunigen, sind aktuell noch begrenzt.

Eine Forschungsgruppe des Instituts für Chemie und Biochemie an der Universität von Notre Dame, geleitet von Mayland Chang, hat zuvor zwei Enzyme, die Matrixmetalloproteasen (MMPs) MMP-8 und MMP-9, in  Mäusen identifiziert, die an Diabetes erkrankt waren. Sie stellten daraufhin die These auf, dass das erstgenannte Enzym eine Rolle in der körpereigenen Reaktion der Wundheilung spielt und letzteres die pathologische Konsequenz der Krankheit mit ihren schädlichen Effekten bildet. An erkrankten Mäusen konnten die Forscher mithilfe des MMP-9-Inhibitors ND-322 eine beschleunigte diabetische Wundheilung zeigen.

Wunden, die mit ND-336 behandelt wurden, heilten signifikant schneller

Einer neuen Studie (DOI: 10.1073/pnas.1517847112), aus dem Journal  Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), zufolge  wurde nun ein besserer MMP-9-Inhibitor entdeckt, der ND-336.

“ND-336 zeigt eine sechsfach höhere Inhibitionskraft als ND-322 und ist fünfzigmal selektiver gegenüber MMP-9 im Vergleich mit MMP-8”, erklärt Chang  “Bei ND-322 konnten wir dagegen nur eine dreimal höhere Selektivität nachweisen. Die aktuelle Studie vergleicht die Effizienz der beiden Matrixmetalloproteasen. “Wir konnten zeigen, dass Wunden, die mit ND-336 behandelt wurden, signifikant schneller heilten, als die mit ND-322 therapierten Stellen. Dies beruht auf der besseren Selektivität von ND-336 bei der Inhibition von MMP-9 gegenüber MMP-8. Außerdem applizierten wir das Enzym MMP-8 in die Wunden von Mäusen mit Diabetes und konnten eine beschleunigte Wundheilung nachweisen. Eine weitere Beschleunigung zeigte sich dann durch die Kombination aus MMP-8 mit ND-336.”

Den Forschern gelang der Nachweis, dass eine Kombination aus dem selektiven, inhibitorischen Molekül ND-336 und dem Enzym MMP-8 die Wundheilung deutlich verbessert und neue Therapieoptionen bei der diabetischen Wundheilungsstörung verspricht.

Aktuell erheben die Forscher Daten von Diabetespatienten, um die Konzentrationen von MMP-8 und MMP-9 in ihren Wunden zu erheben und die Erkenntnisse auf den menschlichen Organismus zu übertragen.

Text: esanum/ sb

Foto: Sergii Votit / Shutterstock.com

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