Neue Hustenleitlinie: Mehr als nur ein Räuspern?

Die deutschen Pneumologen haben unlängst eine S2k-Leitlinie zum Thema Husten veröffentlicht. Ist damit freies Durchatmen wieder möglich? Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick der wesentlichen Punkte der neuen Konsensus-basierten Leitlinie.

"Eminenzbasiert" dem Husten zu Leibe rücken

Die deutschen Pneumologen haben unlängst eine S2k-Leitlinie zum Thema Husten veröffentlicht. Ist damit freies Durchatmen wieder möglich? Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick der wesentlichen Punkte der neuen Konsensus-basierten Leitlinie.

Bereits 2014 gab es eine S3-Leitlinie der DEGAM zum Thema Husten in Deutschland. Nun hat allerdings aktuell die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie ihre S2k-Leitlinie für PneumologInnen nachgelegt. Ein Rückschritt oder eine wirkliche Praxishilfe?

Erfreulich: Die neue Leitlinie ist nur 38 Seiten stark und fasst darauf 48 Empfehlungen sowie 16 Stellungnahmen in neun übersichtlichen Kapiteln zusammen. Es gibt sogar ein eigenes Kapitel zum chronischen idiopathischen Husten.

Eingeteilt wird der Husten derzeit in akut (bis 2 Wochen), subakut ( 2–8 Wochen) sowie chronisch (> 8 Wochen). Rezidivierend ist der Husten immer dann, wenn es mehrmals im Jahr für bis zu 2 Wochen Dauer zu Husten kommt.

Davon abgesehen liest sich die Leitlinie eher wie eine Zusammenfassung von Altbekanntem und sicher auch Bewährtem. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass eine generelle Antibiotikagabe bei ansonsten gesunden Personen mit akutem Husten nicht empfohlen wird. Das ist ein wertvoller Beitrag zur Resistenzvermeidung bei Antibiotika, da zudem die Mehrzahl der Atemwegserkrankungen ohnehin durch Viren verursacht wird, gegen die Antibiotika unwirksam sind.

Spannend sind ebenso die Ausführungen zum Medikamenten-assoziierten Husten. So kommt es beispielsweise unter ACE-Hemmern zu Husten, woraufhin nach Rücksprache mit den PatientInnen ein Auslassversucht unternommen werden kann, um die Beschwerden zu lindern.

Eine klare Abfuhr hingegen gibt es von den Experten für das allgemeine Vorgehen, Menschen mit Sodbrennen und Hustensymptomatik Protonenpumpeninhibitoren zu verschreiben. Diese sind Studien zufolge nämlich nicht wirksamer gegen den Husten als Placebo.

Bei quälendem Reizhusten sollen hingegen gemäß Expertenkonsensus auch zentral antitussiv wirkende Opiate in niedriger Dosierung verordnet werden. Dies natürlich nur unter Beachtung der möglichen Nebenwirkungen.

Quelle: P. Kardos et al., Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. Pneumologie 2019; 73 (3):140–177

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