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Neue Methode zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen

Gingivitis mit Melanocortinen therapieren. Zahnfleischentzündungen sind ebenso unangenehm, wie weit verbreitet. Dabei sind freiliegende und  daher besonders schmerzempfindliche Zahnhälse nicht einmal das größte Problem.

Gingivitis mit Melanocortinen therapieren.

Zahnfleischentzündungen sind ebenso unangenehm, wie weit verbreitet. Dabei sind freiliegende und  daher besonders schmerzempfindliche Zahnhälse nicht einmal das größte Problem. Auf die Dauer kann eine Entzündung des Zahnfleischs, wenn sie unbehandelt bleibt, nämlich zu einem Verlust von Knochen und Zahnschmelz führen. Das verringert die Lebensdauer der natürlichen Zähne und kann einen Zahnersatz notwendig machen. An der Entstehung dieser Entzündungen mit solch unangenehmen Folgen sind unter anderem Bakterien namens  Aggregatibacter actinomycetemcomitans als Erreger beteiligt.

Forscher aus Brasilien haben im Tierexperiment an Mäusen nun nachweisen können, dass eine Behandlung mit einem Agonisten einer Unterform der Melanocortinrezeptoren diesen Prozess unterdrücken kann (DOI: 10.1096/fj.201600790R). Dazu behandelten sie die Nager, bei denen sie zuvor eine Entzündung mit Aggregatibacter actinomycetemcomitans ausgelöst hatten, über 30 Tage mit dieser Wirkstoffklasse. Melanocortine sind eine Gruppe von körpereigenen Botenstoffen, die an der Steuerung verschiedener Hormonfunktionen im menschlichen Organismus beteiligt sind.

Im Anschluss an diese Behandlung wurden Gewebeproben entnommen und das Ausmaß der Infiltration des Zahnfleischs mit Entzündungszellen und die Konzentrationen verschiedener Entzündungsmediatoren im Gewebe beurteilt. Hierauf verglichen die Wissenschaftler die Ergebnisse mit denen von drei Kontrollgruppen.

Bei einer Gruppe war keine Infektion herbeigeführt worden, bei einer zweiten und dritten hingegen schon, nur dass die Tiere in dem einen Fall gar nicht und im anderen Fall lediglich mit Placebo behandelt worden waren. Die Untersuchung zeigte eine deutlich verringerte Entzündungsaktivität und einen geringeren Verlust von Knochen bei denjenigen Tieren, die die Untersucher mit dem Melanocortinagonisten behandelt hatten.

Für diesen Effekt soll vor allem die immunmodulierende Wirkung des betroffenen Melanocortinrezeptors sowie eine Hemmung der Aktivität von Osteoklasten verantwortlich sein – der Zellen also, die für den Abbau von Knochengewebe zuständig sind. Zuvor hatten andere Untersuchungen die entzündungshemmende Wirkung von Melanocortinagonisten bei Gelenkentzündungen nachgewiesen.

In der Auswertung der Ergebnisse zeigten sich die Autoren der Studie optimistisch, hier einen Hinweis auf ein mögliches neues und innovatives Behandlungsverfahren für eine so weit verbreitete Erkrankung gefunden zu haben. Gute Nachrichten also für alle, die auf ein langes Leben ihrer Zweiten hoffen.