Neue S2k-Leitlinie zur Therapie von HPV-assoziierten Genitalwarzen

Grüntee-Catechine verringern die Rezidivrate genitaler Warzen

HPV-assoziierte Genitalwarzen betreffen hauptsächlich junge, sexuell aktive Menschen. Die Therapie erfolgt je nach klinischem Bild topisch, chirurgisch/ablativ oder mit einer Kombination aus beiden Maßnahmen. Die unter einer chirurgischen Therapie häufig auftretenden Rezidive lassen sich durch topische Medikamente wie etwa Grüntee-Catechine eindämmen. Wie eine erfolgreiche Therapie gelingt und welche Empfehlungen die eben publizierte S2k-Leitlinie enthält, berichtete Prof. Dr. Gerd Gross auf einer Veranstaltung der Almirall Hermal GmbH, Geschäftsbereich Taurus Pharma, im Rahmen der Tagung Dermatologische Praxis in Frankenthal. Humane Papillomviren (HPV) zählen zu den am häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Ursächlich für Genitalwarzen sind in 90 Prozent der Fälle HP-Viren der Typen 6 und 11. Sie zeigen ein sehr niedriges Entartungsrisiko, dennoch kann die Infektion durch die hohe Rezidivhäufigkeit sehr hartnäckig und für die Patienten sehr belastend sein.

Hohe psychische Belastung durch Condylomata acuminata

Für die betroffenen Männer und Frauen sind Feigwarzen (Condylomata acuminata) nicht nur höchst unangenehm, sie gehen auch mit einem erhöhten Risiko für weitere HPV-bedingte Erkrankungen einher, etwa intraepitheliale Neoplasien und Karzinome der Zervix, Vulva, Vagina, des Anus bzw. des Penis. Dies gilt insbesondere für immundefiziente Menschen (Immunsuppression, z. B. wegen Organtransplantation oder HIV-Infektion). Patienten, die zusätzlich mit HIV infiziert sind, entwickeln häufiger genitale Warzen. Die Angst, dass die Erkrankung in Richtung Krebs fortschreiten könnte sowie die Angst vor Stigmatisierung, führt zu einer starken psychischen Belastung. Dazu kommt die hohe Rezidivrate der anogenitalen Warzen. Eine Möglichkeit, die Entstehung der Feigwarzen zu verringern, besteht in der Impfung gegen HPV. Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt, alle Mädchen2 und zukünftig auch alle Jungen im Alter von 9 bis einschließlich 14 Jahren zu impfen und versäumte Impfungen bis zum 18. Geburtstag nachzuholen.

Behandlung genitaler Läsionen: Aktuelle Leitlinienempfehlungen

"Jeder Patient mit HPV-assoziierten Genitalwarzen muss eine Therapie erhalten", betonte Prof. Gross, Dermatologe, Venerologe und ehemaliger Direktor und Chefarzt der Hautklinik der Universität Rostock. Neben den psychischen Aspekten ist vor allem die hohe Ansteckungsgefahr maßgeblich. Zur Behandlung werden neben den klassischen chirurgisch/ablativen Optionen auch topische Arzneimittel mit Wirkstoffen wie Grüntee-Catechine, Imiquimod oder Podophyllotoxin eingesetzt. Diese Medikamente finden in der aktuellen Leitlinie große Zustimmung (starker Konsens, 100 Prozent). Ob eine vom Patienten selbst durchgeführte topische Therapie in Frage kommt, hängt vom klinischen Bild ab. Dabei spielen die Größe, die Anzahl und die Lokalisation der Läsionen eine Rolle. Zusätzlich sind die Präferenzen des Patienten und seine voraussichtliche Adhärenz zu berücksichtigen. "Große Läsionen sowie rezidivierende und atypische Genitalwarzen sollten durch den Arzt behandelt werden, diskrete Läsionen kann der Patient mit Hilfe topischer Medikamente selbst kurieren", erklärte Gross. Der Experte verwies auf die großen Erfolge, die mit der Einführung von Lokaltherapeutika erzielt wurden. Diese betreffen insbesondere das belastende Problem der Rezidive, die nach einer ablativen Therapie häufig auftreten. Da bei chirurgischen Eingriffen nur die klinisch manifesten Läsionen entfernt werden, verbleiben die nicht-sichtbaren, subklinischen Warzen im Epithel und führen einige Zeit später zum Rezidiv. Hier kann der duale Wirkmechanismus der Grüntee-Catechine (Veregen® 10% Salbe) gute Dienste leisten: Die immunstimulatorischen Eigenschaften aktivieren das Immunsystem, während die antiviralen und antiproliferativen Wirkungen die Vermehrung HPV-positiver Keratinozyten hemmen4 . Wie die aktuelle Leitlinie bestätigt, zeichnet sich der Einsatz von Veregen 10% Salbe durch ein sehr gutes Sicherheitsprofil, mit mäßigen Lokalreaktionen und mäßigen systemischen Nebenwirkungen aus.

Veregen 10% Salbe: Feigwarzen nachhaltig behandeln

Die Rezidivrate betrug in einer klinischen Studie unter der Behandlung mit Grüntee-Catechinen lediglich 6,5%. Eine vollständige Abheilung erreichten 61 Prozent der Patienten, die die Behandlung abschlossen. Bei 76 Prozent war eine partielle Abheilung um mindestens 50 Prozent zu beobachten. Um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen, trägt der Patient die Salbe mit Catechinen aus dem gereinigten Trockenextrakt von Grünteeblättern dreimal täglich auf, bis alle Feigwarzen abgeheilt sind, maximal jedoch 16 Wochen. Bei wiederholten Rezidiven empfiehlt die neue Leitlinie eine kombinierte sequenzielle Therapie. Diese bietet für die Patienten mehrere Vorteile. Die vorausgehende chirurgische Therapie sorgt für eine rasche Entfernung der äußerlichen Hautläsionen sowie eine verringerte Viruslast. Nachdem die Haut abgeheilt ist, erfolgt die topische Nachbehandlung, zum Beispiel mit einer Salbe mit GrünteeCatechinen. Damit verringert sich das Risiko für erneut auftretende genitale Warzen deutlich.

Quellen 

Gross GE et al. S2k-Leitlinie: HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitalregion und des Anus – Genitalwarzen und Krebsvorstufen der Vulva, des Penis und der peri- und intraanalen Haut. J Dtsch Dermatol Ges. 2018; 16(2): 242-256. doi: 10.1111/ddg.13441_g.

Epidemiologisches Bulletin der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut 2016; DOI 10.17886/EpiBull2016-024.

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/gebaermutter-krebs/article/965687/stiko-beschliesst-hpvimpfung-jungen.html (Stand 13.06.2018)

Tyring SK. Sinecatechins: Effects on HPV-Induced Enzymes Involved in Inflammatory Mediator Generation. J Clin Aesthet Dermatol. 2012 Jan;

Gross GE et al.: 19-26. Tatti S et al. Polyphenon E: a new treatment for external anogenital warts. BJD 2010; 162: 176-184

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