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Neues Gleason Grading beim Prostatakarzinom

Neues Grading kann möglicherweise die Akzeptanz der Active Surveillance beim Prostatakarzinom steigern Active surveillance (AS) von Patienten mit Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko wird immer beliebter.

Neues Grading kann möglicherweise die Akzeptanz der Active Surveillance beim Prostatakarzinom steigern

Active surveillance (AS) von Patienten mit Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko wird immer beliebter. AS ist mit geringeren Kosten, einer höheren qualitätsadjustierten Lebenserwartung und einer nur geringfügig höheren Todesrate durch Prostatakarzinom in 20 Jahren verbunden. Ein neues Gleason Grading System könnte möglicherweise die Akzeptanz von AS steigern. Diese Ergebnisse wurden während einer Unterrichtssitzung beim ASCO Annual Meeting 2016 in Chicago präsentiert.

In der Vergangenheit erhielt die große Mehrheit der Männer, bei denen die Diagnose Prostatakarzinom mit niedrigem Risko (PCa) gestellt wurde, eine radikale Behandlung, die viel Überbehandlung und sich daraus ergebende unnötige Nebenwirkungen verursachte.

Aus diesem Grund ist die Überbehandlung ein wichtiges Thema in den Debatten und Diskussionen in Bezug auf Prostatavorsorgeprogramme. So hat z. B. im Jahr 2012 die USPSTF eine Grad D Empfehlung hinsichtlich der Prostatavorsorgeuntersuchungen herausgegeben: Die Vorsorgeuntersuchungen von 1000 Männern würde 1 Prostatakrebstodesfall vermeiden, während 30-40 Männer inkontinent würden oder erektile Dysfunktionen erleiden würden, bei 2 Männern würde ein schweres kardiovaskuläres Ereignis auftreten und 1 Mann eine venöse Thrombose erleiden.

“Aus diesem Grund erklärte das 2013 Melbourne Consensus Statement on early detection of prostate cancer, dass die PCa-Diagnose von der Intervention losgekoppelt werden muss”, sagt Dr. Stacy Loeb (New York University).

“Eine aktuelle Modellierungsstudie zeigte, dass die PCa-Vorsorgeuntersuchung kosteneffizient ist, wenn PCa mit niedrigem Risiko konservativ behandelt wird.” Die konservative Behandlung von PCa kann auf zweierlei Weise erfolgen: aufmerksames Abwarten (nur bei auftretenden Symptomen eingreifen) oder Active Surveillance (AS) (die kurative Behandlung bis zur Progression der Erkrankung aufschieben).

Loeb zeigte, dass AS weltweit immer beliebter wird, zum hat ASCO kürzlich die AS-Empfehlungen der “Cancer Care Ontario Guideline” befürwortet. Die Daten aktueller Studien zeigen, dass nach 15 Jahren AS 34% bis 55% der Patienten immer noch behandlungsfrei waren. Für diese Patienten war es 9 bis 24 Mal wahrscheinlicher, an anderen Ursachen als PCa zu versterben. Des Weiteren zeigen Modellierungsstudien, dass die Todesrate nach 20 Jahren Nachbeobachtung bei AS-Patienten 2,8 % beträgt, im Vergleich zu 1,6 % bei Patienten, die unmittelbar nach der Diagnose behandelt wurden. Die qualitätsbereinigte Lebenserwartung war bei den AS-Patienten jedoch höher und die Kosten niedriger.

Die Akzeptanz von AS durch die Patienten kann möglicherweise mit der Einführung eines neuen Gleason Grading Systems gesteigert werden, argumentiert Dr. Jonathan Epstein (Johns Hopkins Medicine, Baltimore). ‘Derzeit ist ein Gleason-Score 6 die niedrigste Klassifizierung für Prostatakarzinom, obwohl die Skala von 2 bis 10 geht. Patienten, denen mitgeteilt wird, dass sie einen Gleason-Score 6 haben, denken logischerweise, aber nicht zu Recht, dass sie einen Tumor im mittleren Bereich des Klassifizierungsspektrums haben.

Das trägt zu ihrer Angst vor Krebs bei und reduziert die Chancen, dass sie AS akzeptieren.’ Zudem ist das Gleason System uneinheitlich gruppiert und selbst in den einflussreichsten Studien fehlerhaft. Daher schlug Dr. Epstein ein neues 5-Gradsystem vor, in dem die Klassifizierungsgruppe 2 Gleason (3+4) und Klassifizierungsgruppe 3 Gleason (4+3) entspricht. Die Validierung bei mehr als 20.000 Patienten zeigte, dass die alternativen Klassifizierungen ausgezeichnet für die Stratifizierung von Patienten hinsichtlich des biochemisch risikofreien Überlebens ist.

Des Weiteren zeigte eine Studie von Dr. Loeb, dass 80 % der Patienten sich wohler dabei fühlen, AS zu akzeptieren, wenn ihre Erkrankung als “Gruppe 1-Krebs” statt “Gleason 6” klassifiziert wird.

Fünf Fachjournale haben bereits die Empfehlung ausgesprochen, die neue Klassifizierungsterminologie in eingereichten Manuskripten anzuwenden. Des Weiteren wurde die neue Klassifizierungsterminologie kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt und wird in die Ausgabe von 2016 von Pathology & Genetics: Tumours of the Urinary System and Male Genital System aufgenommen.