Neues Gremium gegen Pflegenotstand und Ärztemangel

Viele Hausärzte in Niedersachsen wollen in den Ruhestand gehen, finden aber keinen Nachfolger. Auch Krankenhäuser in der Provinz suchen händeringend Personal. Ein neues Gremium des Landtags widmet sich künftig den Problemen im Gesundheitssektor.

Viele Hausärzte in Niedersachsen wollen in den Ruhestand gehen, finden aber keinen Nachfolger

Auch Krankenhäuser in der Provinz suchen händeringend Personal. Ein neues Gremium des Landtags widmet sich künftig den Problemen im Gesundheitssektor.

Die Niedersachsen werden immer älter, junge Menschen zieht es in die Städte - und auf dem Land fehlen Pfleger und Ärzte. Jetzt sollen Experten und Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien Vorschläge zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung zwischen Harz und Nordsee machen. Die Fraktionen von SPD und CDU haben eine Enquete-Kommission mit diesem Auftrag auf den Weg gebracht. Was sind die größten Baustellen?

Pflegenotstand:
Bis zum Jahr 2030 fehlen allein in der Altenpflege nach einer Prognose des Sozialministeriums zwischen 21.000 und 52.000 Mitarbeiter. "Der Pflegenotstand ist das drängendste aller Probleme", sagt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker. Zuletzt schlug die Medizinische Hochschule Hannover Alarm, weil die Kinderintensiv-Abteilung zu wenig Pflegekräfte hat und kleine Patienten aus anderen Kliniken nicht aufgenommen werden konnten. Gefordert wird eine bessere Bezahlung, um den Beruf attraktiver zu machen. Zudem gibt es Projekte, um Flüchtlinge für den Pflegeberuf zu gewinnen. 

Hunderte offene Stellen auf dem Land

Landärztemangel:
365 Hausarztstellen sind derzeit in Niedersachsen nicht besetzt, in den kommenden Jahren werden nach Prognosen Hunderte hinzukommen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte angeregt, zehn Prozent der Medizinstudenten zum Landarzt-Einsatz zu verpflichten. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sperrte sich aber gegen die Landarztquote. Niedersachsen setzt weiterhin auf freiwillige Anreize wie ein Stipendienprogramm für Studierende, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss mindestens für vier Jahre als Arzt in der Provinz zu arbeiten. Wie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Mark Barjenbruch, betont, laufen die bisherigen Programme wie etwa die finanzielle Förderung von Praxisgründern auf dem Land weiter.

Ausbau Medizinstudienplätze:
Die rot-schwarze Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Anzahl der Medizinstudienplätze um bis zu 200 zusätzliche Plätze zu erhöhen. Dem Wissenschaftsministerium zufolge studierten im Wintersemester 2017/2018 an niedersächsischen Hochschulen 4.623 junge Frauen und Männer Medizin. Vor allem die Plätze in Oldenburg sollen aufgestockt werden. Die Ärztekammer fordert sofort 250 zusätzliche Plätze. Vor allem Kliniken auf dem Land finden oft keine deutschen Ärzte. Nach Angaben der zuständigen Behörde in Niedersachsen wurden zwischen Januar und Anfang Oktober 2018 bereits 508 Approbationen und 883 Berufserlaubnisse an Mediziner aus Nicht-EU-Ländern erteilt. 

Krankenhäuser:
Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft beklagt einen Investitionsstau an den rund 170 Kliniken im Land und mahnt immer wieder eine Erhöhung der Investitionsmittel an. Unter anderem durch Zusammenlegungen und Insolvenzen sank die Zahl der niedersächsischen Kliniken von 192 im Jahr 2012 auf 174 im Juni. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) will Krankenhausträger insbesondere unterstützen, wenn sie Standorte zusammenlegen oder Schwerpunkte bilden wollen. In Ostfriesland scheiterte 2017 allerdings eine geplante Klinikfusion zwischen Emden, Aurich und Norden. Der Direktor der Krankenhausgesellschaft Niedersachsen, Helge Engelke betont: "In einem Flächenland wie Niedersachsen muss jeder Bewohner in angemessener Entfernung Zugang zu einer Grundversorgung und zur Maximalversorgung haben." 

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