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Neuronale Gesundheit nach Amputation, Transplantation und Wiederanbringung

Auswirkungen der Nervenverletzungen auf das Gehirn setzen sich nach chirurgischen Maßnahmen fort

Eine kürzlich veröffentlichte Studie fand heraus, dass die neuronale Gesundheit bei Menschen mit Transplantation und Wiederanbringung von Organen ähnlich schlecht ist wie bei Amputierten.

Amputationen sind eine heikle Sache. In 60 bis 90 Prozent der Fälle erleiden Betroffene Phantomschmerzen, so Schmerztherapeut Dr. Kai-Uwe Kern. Der Verein Ampu-Vita e.V. schätzt, dass in Deutschland jährlich 70.000 Amputationen durchgeführt werden. Der Großteil der Amputationen finde bei Diabetikern Anwendung.

Doch wie kann es sein, dass eine Extremität schmerzt, die gar nicht vorhanden ist? Prof. Christoph Maier von der Uniklinik in Bochum erklärt, dass die fehlenden Signale eines amputierten Körperteils durch Schmerzen ersetzt werden. Maier spielt somit auf eine Verwirrung des Gehirns an. Das Gehirn spaltet sich in Areale auf, die ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche für Körperfunktionen haben. Nach einer Amputation wird dem entsprechenden Gehirnareal sein jeweiliger Zuständigkeitsbereich genommen. Daher springen die Areale, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, ein und senden Signale, die das Vorhandensein des amputierten Körperteils suggerieren. Da diese Signale keine Reaktion des jeweiligen Körperteils nach sich ziehen – weil es ja aufgrund der Amputation nicht mehr existiert – wird die Intensität erhöht, was im Endeffekt für die Schmerzentstehung ursächlich ist.

Eine nun veröffentlichte Studie zeigt, dass das sich ändernde neurochemische Niveau ebenfalls einen entscheidenden Beitrag leistet. Wissenschaftler der University of Missouri-Columbia haben im Rahmen ihrer Untersuchungen die neurologischen Strukturen von Menschen mit Amputation, Transplantation und Wiederanbringung von Organen durchleuchtet. Den Studienteilnehmern wurden im Laufe ihres Lebens die Hände amputiert, transplantiert oder neu angebracht.

Eine Reorganisation der Signalleitung scheinen alle Fälle nach sich zu ziehen

Die Teilnehmer wurden dazu instruiert ihre, Finger zu bewegen, um die senso-motorischen Areale in beiden Gehirnhälften zu aktivieren. Gleichzeitig analysierte das Forscherteam das N-acetylaspartate (NAA)-Niveau der Studienteilnehmer. NAA ist eine Komponente, die mit der neuronalen Gesundheit assoziiert wird. Ist diese nicht intakt, so liegt eine Reorganisation der Signalleitung nahe.

Es stellte sich heraus, dass sich das NAA-Niveau bei Transplantations- und Wiederanbringungsteilnehmern auf einer sehr ähnlichen und somit unzureichenden Ebene bewegte wie bei Teilnehmern der Kategorie Amputation.

Die Studienautoren schlussfolgern: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Auswirkungen der Nervenverletzungen auf das Gehirn auch nach chirurgischen Maßnahmen fortsetzen, selbst wenn Betroffene sich erholen und eine Verbesserung ihrer motorischen und sensorischen Funktion erkennbar ist."

Ob nun amputiert, transplantiert oder wieder angebracht, in allen Fällen scheint es eine Reorganisation der Signalleitung zu geben. Bei Amputierten springen die Nachbarareale für ein Körperteil ein, das gar nicht mehr existiert und bei Menschen, denen eine Wiederanbringung der Organe oder Transplantation widerfahren ist, bewegt sich das NAA-Niveau ebenfalls auf einer suboptimalen Ebene, was die neuronale Gesundheit signifikant beeinträchtigt. So ist es naheliegend, dass das neu oder wieder angebrachte Organ vom Gehirn nicht hinreichend akzeptiert wird.