Nicht jedes Krankenhaus kann erhalten bleiben

Vor Ort kämpfen Bürgermeister und Landräte wie die Löwen um den Erhalt von Krankenhäusern – auch wenn diese nicht mehr rentabel arbeiten können. Die Landesregierung fordert eine sachliche Debatte.

Die Landesregierung wirbt für eine ehrliche Diskussion über den Erhalt von Krankenhäusern. “Das ist ein emotional besetztes Thema”, sagte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) am Dienstag in Stuttgart. Die Leute wollten die Klinik erhalten, in der sie und ihre Eltern geboren seien, gingen im Ernstfall aber dorthin, wo sie die beste Versorgung erwarteten. Nicht jedes “Krankenhäuschen” könne überleben. Nach Worten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist ein Kriterium für den Erhalt eines Standortes, dass die Menschen sich dort operieren lassen wollten.

Nach Überzeugung von Altpeter müssen bei einer sinkenden Zahl von Krankenhäusern die Schnittstellen zu niedergelassenen Ärzten, Heimen und ambulanter Versorgung verbessert werden. Ein Ziel von Grün-Rot sei, eine wohnortnahe Grundversorgung zu gewährleisten. Mit Blick auf die Zahl der Krankenhäuser und Betten im Südwesten betonte sie: “Wir haben uns einem zukunftsfähigen Zustand angenähert.” 2012 gab es nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) 276 Krankenhäuser mit knapp 56 700 Betten.

Land investiert Millionen in Krankenhäuser

In diesem Jahr investiert das Land 250 Millionen Euro in 20 Bauvorhaben an Kliniken mit einem Antragsvolumen von 500 Millionen Euro. Damit steige die Summe im Vergleich zu 2011 um 35 Prozent. Der Antragsstau von 1,3 Milliarden Euro 2011 sei auf jetzt 250 Millionen Euro gesunken. Eine auskömmliche Investitionsförderung trage dazu bei, dass die Kliniken keine Mittel von ihrer Betriebskosten-Erstattung abzwacken müssten, erläuterte Altpeter. Dennoch haben nach Auskunft der BWKG rund 45 Prozent der Kliniken im Land 2014 rote Zahlen geschrieben – zum vierten Mal in Folge.

Kretschmann wies auf die Probleme der Universitätskliniken als Maximalversorger hin. Für die besonders schweren Fälle reichten die Fallpauschalen der Krankenkassen nicht aus. “Je besser ein Krankenhaus ist mit Spitzenleistungen, desto schlechter sind seine wirtschaftlichen Aussichten.” Da sehe er den Bund in der Pflicht.

Zu den größten Profiteuren des vom Kabinett verabschiedeten Krankenhausbauprogramms 2015 gehören das Klinikum Stuttgart (124,8 Millionen Euro), das Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart (63,7 Millionen), das Universitätsklinikum Mannheim (62,7 Millionen) sowie die Rechbergklinik Bretten (59,1 Millionen).

Text und Foto: dpa /fw

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