Wissenschaftler warnen: riskante Nierenbeteiligung bei vielen Diabetikern zu lange übersehen

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Die diabetische Nephropathie ist eine der folgenreichsten Komplikationen bei Diabetes.

Wenn eine nachlassende Nierenfunktion nicht frühzeitig erkannt wird und die Schädigung fortschreitet, stellt dies eine beträchtliche Gefährdung für die Gesundheit des Patienten dar. Im schlimmsten Fall wird eine Dialyse-Behandlung notwendig.

Diabetes stellt eine der häufigsten Ursachen von Niereninsuffizienz dar. In den USA sollen Schätzungen zufolge etwa 35 Prozent der über 20-jährigen Typ 2 Diabetiker an einer chronischen Niereninsuffizienz leiden.

Vor diesem Hintergrund stimmen die Ergebnisse einer kürzlich in PLOS Medicine publizierten von der amerikanischen National Kidney Foundation (NKF) durchgeführten Studie (DOI: 10.1371/journal.pone.0110535) besonders nachdenklich. An der Untersuchung nahmen 9339 Patienten mit Typ-2-Diabetes teil. Von den 5036 Fällen chronischer Niereninsuffizienz, ermittelt anhand Albuminausscheidung sowie Kreatinin-Clearance, wurden nur etwa 12 Prozent von den behandelnden Ärzten in der Praxis diagnostiziert.

Viele Ärzten stellte bei keinem ihrer Patienten eine Nierenbeteiligung fest

Mit zunehmenden Schweregrad der Erkrankung stieg zwar der Anteil der Diagnosen, aber auch in den fortgeschrittenen Stadien 4 und 5 wurden nur 52,9 beziehungsweise 58,8 Prozent richtig erkannt. 209 der 445 teilnehmenden Ärzte stellten bei keinem einzigen ihrer Patienten eine Nierenbeteiligung fest. Dabei ergab sich kein statistischer Unterschied bedingt durch Praxisausstattung, Jahre an Berufserfahrung oder Zahl der untersuchten Patienten pro Woche.

Dies zeige, so Dr. Vasallotti von der NKF, dass ein großer Bedarf bestehe, sowohl Ärzten als auch Patienten die Wichtigkeit eines Screening für Niereninsuffizienz bei Diabetikern deutlicher zu vermitteln. Diese Daten wolle man nutzen, um Aufmerksamkeit auf den simplen Fakt zu lenken, dass das frühzeitige Erkennen von Nierenschäden und Durchführen einfacher therapeutischer Schritte Menschen vor der Dialyse bewahren könne.

Zwei neue Initiativen sollen Nierenschäden bei Risikogruppen angehen

Als Antwort auf die Ergebnisse hat die NKF zwei Initiativen angekündigt, um das Problem von Nierenschäden bei Risikogruppen anzugehen. Einerseits will die Stiftung das Screening mittels Urinstreifen zur Messung der Albumin- und Kreatinin-Ausscheidung zu einem Teil ihres Kidney Early Evaluation Program (KEEP) machen.

Die Zusammenarbeit mit Ärzten in der ambulanten Versorgung soll diesen helfen, angemessene Maßnahmen in ihre klinische Routine einzubauen. Diese beinhalten zum Beispiel den Einsatz bestimmter Diabetes-Medikamente, den Verzicht auf nicht-steroidale Antirheumatika bei Patienten mit Niereninsuffizienz, da sie die Nieren zusätzlich schädigen können, und den Einsatz nephroprotektiver Mittel wie ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker.

Mit diesen Maßnahmen könne man, so Dr. Vasallotti, Bewusstsein schaffen, sowie durch frühzeitige Diagnostik die Prävention und Behandlung chronischer Nierenerkrankungen erleichtern: nur durch enge Zusammenarbeit mit den  Ärzten und einem Verständnis für die Herausforderungen ihres Arbeitsalltags ließe sich die Versorgung von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz verbessern.

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