Nierenparameter als Risikoindikator für kardiovaskuläre Erkrankungen

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Eine jüngst im Lancet Diabetes and Endocrinology veröffentlichte Studie (DOI: 10.1016/S2213-8587(15)00040-6) weist auf die Diagnostische Bedeutung von Nierenfunktionsparametern bei der Diagnostik kardiovaskulärer Erkrankungen hin.

Werte wie Plasmakreatinin oder der Albuminwert im Harn seien bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sogar bessere Risikoindikatoren als die Parameter, die üblicherweise erhoben werden: Blutdruck- und Cholesterinwerte. Aber auch im Falle der Normalbevölkerung spricht einiges dafür, die Nierenwerte als Standard-Risikoparameter für kardiovaskuläre Erkrankungen aufzunehmen.

Die Zusammenhänge sind zwar noch nicht befriedigend erforscht, jedoch steht fest, dass Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Herzkreislaufsystems in Verbindung stehen. Die Autoren der Studie erklären beispielsweise, dass die Überwässerung, die auf dem Boden einer gestörten Nierenfunktion entsteht, zu einem Herzversagen führen kann.

So entwickeln Patienten mit chronischen Nierenleiden im Vergleich zur Normalbevölkerung doppelt so häufig kardiovaskuläre Störungen. Auch stirbt laut den Autoren etwa die Hälfte der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz an Erkrankungen des Herzens und Gefäßsystems.

Bei der Studie, bei der es sich um eine Metaanalyse handelt, werteten die Forscher die Ergebnisse von insgesamt 24 Untersuchungen mit einer Gesamtzahl von 637,315 Patienten aus und stellten fest, dass sich das Risiko, eine kardiovaskuläre Störung zu entwickeln und an Herzversagen sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben, signifikant besser abschätzen ließ, wenn man die glomeruläre Filtrationsrate und die Proteinausscheidung im Urin mit einbezog.

Der Albuminwert stellte sich dabei als aussagekräftigster Parameter heraus, übertraf der prognostische Wert doch sogar die traditionell verwendeten Blutdruck- und Cholesterinwerte.

Es liegt daher Nahe, die Laborparameter, wenn im Falle nephrologischer Patienten sowieso schon vorhanden, auch in diesem Licht zu betrachten.

“Wenn Medizinern Daten zu Nierenschäden und Nierenfunktion vorliegen, was oft der Fall ist, so sollten sie diese Daten nutzen, um das Risiko eines Patienten, eine kardiovaskuläre Störung zu entwickeln, besser zu verstehen”, erklärt  Dr. Matsushita, Erstautor der Untersuchung.

Viele Leitlinien empfehlen bereits, Patienten mit Diabetes und Bluthochdruck auch auf Störungen der Nierenfunktion zu untersuchen. Laut Dr. Matsushita würden aber auch Patienten, die bisher nicht von dieser Empfehlung erfasst werden, von einer Erhebung profitieren.

“In Populationen mit chronischen Nierenerkrankungen, könnte die gleichzeitige Beurteilung der glomerulären Filtrationsfraktion und Albuminurie eine Einschätzung kardiovaskulären Risikos erleichtern, was mit derzeitigen Leitlinien für chronische Nierenerkrankungen übereinstimmt. Unsere Ergebnisse legen nahe, die glomeruläre Filtrationsfraktion und Harnalbuminwerte in die Beurteilung kardiovaskulären Risikos bei der Allgemeinbevölkerung mit einzuschließen.”

Text: esanum /wt

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