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Nur geringe Erwartungen an Pflegegipfel

Pflegegipfel soll Probleme in der Pflege lösen

Zu wenig Zeit und Personal, zu wenig Geld für die Pflegekräfte: Die Sorgen und Probleme in Krankenhäusern und Altenheimen sind groß. Pflegeministerin Huml will daher bei einem Gipfel alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Ob das den Durchbruch bringt?

Die Probleme in der Pflege sind groß - doch der bayerische Pflegegipfel an diesem Donnerstag (13. Juli) wird aus Sicht einiger Beteiligter keine durchschlagenden Verbesserungen bringen. "Ich habe keine großen Hoffnungen, was diesen Pflegegipfel angeht", sagt etwa Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Bayern-Mitteldeutschland. Sie empfinde die Veranstaltung als "politische Show", weil die entscheidenden Gesetze zur Pflege gerade verabschiedet worden seien.

Auch Lorenz Ganterer, Verdi-Gewerkschaftssekretär für Altenpflege in Bayern, dämpft die Erwartungen an den Gipfel von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Wichtige Themen wie etwa die Entgelte und vernünftige Arbeitsbedingungen sind weiter strittig - da erwarte ich mir auch nichts vom Pflegegipfel." Dennoch sei es gut, dass das Ministerium sich bemühe, Verbesserungen zusammen mit den Beteiligten zu erreichen. "Doch es ist ein schwieriger Bereich, weil es sehr viele Akteure gibt. Eine Erwartungshaltung zu wecken, dass jetzt was passiert, das wäre fatal", sagt Ganterer.

Extremer Pflegenotstand

Dabei sei die Lage alles andere als gut, macht Biederbeck deutlich: "Wir haben schon jetzt einen extremen Notstand. Wir können absehen, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Drittel der Pflegefachpersonen in den Ruhestand gehen wird. Gleichzeitig münden weniger junge Leute in die Ausbildung ein." Bis zum Jahr 2030 würden laut der Bertelsmann Stiftung allein in der Altenpflege in Bayern etwa 62.000 Fachkräfte fehlen. Die Klassen in den Schulen seien nicht voll, die Ausbildung werde häufig abgebrochen, so dass am Ende vielleicht die Hälfte der Schüler den Abschluss mache, sagt die DBfK-Chefin. "Das hängt damit zusammen, dass die Schüler sehr enttäuscht über die Arbeitsbedingungen sind, die sie erleben. Viele sagen: Das ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe."

Neben der Bezahlung seien vor allem die Arbeitsbedingungen und -zeiten für viele Pflegekräfte unzumutbar. Sie müssten immer wieder einspringen, wenn sie eigentlich frei haben, und es gebe kaum Krankheitsvertretungen. Und dann müssten sich manche Pflegekräfte ganz allein um eine zu große Zahl von Patienten oder Alten kümmern. "In Krankenhäusern haben wir ein Verhältnis von 1 zu 13 - das heißt, eine Pflegekraft muss sich um 13 Patienten kümmern. Das ist viel zu viel. In anderen Ländern ist das Verhältnis 1 zu 4 oder 1 zu 5." Diese chronische Unterbesetzung gefährde die Patientenversorgung und die Gesundheit der Pflegenden gleichermaßen.

Pflegeberufe müssen wieder attraktiver werden

Die Ursache laut Biederbeck: In Deutschland fehlten klare Standards, die auch kontrolliert werden. "Wir brauchen einen attraktiven Pflegeberuf und das kann ich nur erreichen, indem ich die Standards verbessere", sagt sie. Doch dafür sei mehr Geld nötig. "Die Sozialversicherungsbeiträge müssen steigen, doch das will keiner in die Hand nehmen." Der Pflegeversicherungsbeitrag müsste aus ihrer Sicht um ein Prozent angehoben werden. "Dann hätten wir fünf Milliarden, die wir wirklich in die Fachlichkeit reinstecken können - also mehr Leute einstellen, die eine gute Qualifikation haben." CDU und CSU allerdings hätten nichts davon in ihrem Wahlprogramm.

Außerdem fordert ihr Verband Nachbesserungen beim Pflegeberufegesetz, Förderprogramme sowie eine eigene Kammer als Interessenvertretung auf Augenhöhe. Weil diese fehle, kommt es Sicht des Verbands zu oft vor, dass sich die privaten Träger und die Wohlfahrtsverbände mit ihren Interessen durchsetzen. "Außerdem fordern wir für die nächste Legislaturperiode, dass die Fachlichkeit im Ministerium verbessert wird", sagt Biederbeck. "Sie finden dort keine Pflegefachpersonen."

Zum Pflegegipfel werden etwa 400 Teilnehmer erwartet - darunter Vertreter von Pflegeberufen, Wissenschaft, Kassen, Kommunen und Einrichtungsträgern sowie von Pflegebedürftigen. Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will kommen.