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Nur jeder zehnte nutzt die Darmkrebsvorsorge

Mediziner haben zur Darmkrebsvorsorge aufgerufen und gleichzeitig vor der unbegründeten Angst vor einer Darmspiegelung gewarnt.

"Eine Darmspiegelung stellt die wirksamste Art der Vorbeugung dar, da Krebsvorstufen direkt entfernt werden können, bevor sie entarten", sagte der Präsident der Landesärztekammer, Andreas Crusius, am Dienstag in Rostock. Auf dem Universitätsplatz war ein riesiges aufblasbares Darmmodell aufgebaut, wo sich Interessierte über den Aufbau des Organs und über die Entstehung des Darmkrebses informieren konnten. Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig appellierte insbesondere an "die männlichen Gesundheitsmuffel", die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrzunehmen.

Unter 40 Jahren sei das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering, hieß es. Es nehme aber mit steigendem Alter zu. Dennoch sei die Beteiligung an den Vorsorgeuntersuchungen sehr gering. Nach Zahlen der AOK Nordost unterziehe sich nur jeder Zehnte der Anspruchsberechtigten ab 55 einer präventiven Darmspiegelung. Dabei seien etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine Darmspiegelung so früh zu erkennen, dass sie heilbar seien. Es sei unbestritten, dass Darmkrebs durch konsequente Vorsorge weit besser verhütet werden könne als andere Krebsarten. Darmkrebs sei bundesweit die Krebsart mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen und gleichzeitig die zweithäufigste Krebstodesursache.