Operative Eingriffe zukünftig mit Schlangengift?

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Wissenschaftler erforschten die Wirkung von Schlangengift auf die Blutgerinnung von Heparin einnehmenden Patienten – die ersten Ergebnisse erscheinen vielversprechend.

Medikamente wie Heparin werden dafür eingesetzt, die Blutgerinnung zu hemmen. Diese Methodik wird sowohl in einigen operativen Eingriffen angewandt, als auch zur Bekämpfung von Herz- und Lungenerkrankungen. Allerdings können Heparin einnehmende Patienten nicht auf die Blutgerinnung verzichten, die für das Heilen von operativen Einschnitten notwendig ist. Forscher befassen sich nun mit diesem Problem, indem sie Schlangengift mit Nanofasern kombinieren.

Derzeit können Ärzte auf verschiedene Methoden zurückgreifen, um den Blutfluss bei Patienten, die Heparin und andere blutverdünnende Substanzen einnehmen, zu reduzieren. Darunter zählen vor allem Nähte, Kompressen, Fibrinkleber und das Ausüben von Druck. Allerdings ziehen derartige Vorgehensweisen potentielle Risiken mit sich. Es können beispielsweise toxische Nebenprodukte in den Körper gelangen und infolgedessen eine allergische Reaktion oder das Absterben von Gewebe verursachen. Jeffrey D. Hartgerink plant mit seinen Kollegen im Rahmen einer neuen Forschungsarbeit (DOI:10.1021/acsbiomaterials.5b00356) ein besseres Verfahren zu entwickeln. Sie verwendeten dafür ein in Schlangengiften enthaltenes Enzym, das die Blutgerinnung begünstigt, auch wenn im Blut Heparin enthalten ist.

Das Schlangengift Batroxobin kam bereits in klinischen Studien gegen andere Krankheitsbilder zum Einsatz. Den Blutfluss mit dieser Substanz zu kontrollieren ist allerdings eine Herausforderung, da sie schnell auflösend ist und sich von der Injektionsstelle wegbewegt – ein Problem für den Heilungsprozess von operativen Einschnitten. Um dem Auflösen von Batroxobin entgegenzuwirken, haben die Wissenschaftler das Schlangengift mit klebrigen Nanofasern kombiniert, damit dem Enzym die notwendige Beständigkeit ermöglicht wird. Die an Ratten getestete Methode mit Heparin, initiierte eine lokale Blutgerinnung in der Wunde binnen 20 Sekunden. Die Wissenschaftler plädieren für weitere Tests – diese Behandlungsweise könnte zukünftige Operationen von Heparin einnehmenden Patienten sicherer gestalten.

Text: esanum/ Daniela Feinhals

Foto: Kristian Bell / Shutterstock.com

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