Parasitärer Wurm erhöht Risiko einer Tuberkulose

Eine neue Studie liefert nun Erklärungsansätze, warum eine Helminthen-Infektion – eine Form des parasitären Wurms – die Anfälligkeit einer Tuberkulose erhöht.

Ein Forscherteam der Washington University, St. Louis,  hat sich im Rahmen einer mikrobiologischen Untersuchung (DOI: 10.1172/JCI77378) dem Zusammenhang zwischen parasitären Würmern und Tuberkulose gewidmet.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung mit Bakterien infiziert, die eine latente Tuberkulose (TB) verursachen. Das Risiko durch dieses Bakterium krank zu werden, beträgt 10 Prozent, obwohl frühere Forschungsarbeiten gezeigt haben, dass sich das Risiko für Menschen erhöht, die darüber hinaus mit Helminthen infiziert sind.

Helminthen sind wurmartige Parasiten, die für gewöhnlich im Gastrointestinaltrakt präsent sind. Darunter vor allem Hakenwürmer und Peitschenwürmer. Helminthen-Infektionen treten typischerweise in Entwicklungsländern auf.  Sie werden durch Eier übertragen, die im Falle einer Infektion im menschlichen Kot nachweisbar sind. Diese Eier kontaminieren den Boden in Umgebungen, die sanitär suboptimal sind.

“Wissenschaftler und Ärzte wissen bereits, dass das Aufweisen beider Infektionen – der parasitäre Wurm und Tuberkulose – ein erhöhtes Risiko einer Anfälligkeit für Lungenerkrankungen initiiert, im Gegensatz zum alleinigen Vorhandensein einer Tuberkulose”, gibt Shabaana A. Khader, Autorin der Studie, Washington University in St. Louis, bekannt.

Die Forscher haben herausgefunden, dass ein von den Eiern produziertes Molekül namens Arginase-1 für die erhöhte Anfälligkeit einer Tuberkulose verantwortlich ist.

Im Zuge der Untersuchung von Labormäusen haben die Wissenschaftler beobachtet, dass die Eier der Helminthen-Parasiten ein Signal produzierten, das inflammatorische Immunzellen dazu veranlasst hat, Arginase-1 zu generieren. Das wiederum hat eher eine Inflammation initiiert, als die Blockierung der Immunreaktion, was dem Fortschritt der latenten Tuberkulose entgegenwirkt.

Hoffnung auf neue präventive Behandlungsmethoden der TB durchaus berechtigt

Als nächstes hat das Forscherteam Blutproben und Röntgenaufnahmen aus dem Brustbereich von Menschen evaluiert, die sowohl mit dem parasitären Wurm als auch mit Tuberkulose infiziert waren. Als Entdeckung kristallisierte sich heraus, dass Patienten mit einer erhöhten Arginasen-Aktivität im Blut, einen größeren Lungenschaden zu verbuchen hatten, als Patienten mit geringerer Aktivität.

Die Wissenschaftler vermerken, dass bei Mäusen, die mit parasitären Würmern und Tuberkulose infiziert waren, keine starke Korrelation zwischen einer erhöhten Lungenschädigung und der Anzahl an TB-Bakterien, vorliegt. Des Weiteren suggerieren sie, dass die Parasiten ganz unabhängig ihre eigene Inflammations-Reaktion auslösen, um die Anfälligkeit für Tuberkulose zu erhöhen.

Das Team postuliert, im Rahmen dieser Studie eine kostengünstige anti-parasitäre Medikation zur Prävention von TB zu ermöglichen. Vor allem an Standorten, an denen Helminthen-Parasiten und Tuberkulose keine Seltenheit sind.

Text: esanum/ df

Foto: Juan Gaertner / Shutterstock.com

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