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Perinatalmedizin: Langzeitstudie zeigt Fortschritte auf

Mittlerweile gibt es bundesweite strenge Vorgaben für die Ausstattung von Krankenhäusern, die Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm behandeln. In Niedersachsen werden seit Jahrzehnten Daten gesammelt, um die Qualität ihrer Betreuung landesweit zu verbessern.

Wie Kliniken beim Frühstart ins Leben helfen

Mittlerweile gibt es bundesweite strenge Vorgaben für die Ausstattung von Krankenhäusern, die Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm behandeln. In Niedersachsen werden seit Jahrzehnten Daten gesammelt, um die Qualität ihrer Betreuung landesweit zu verbessern.

Wenn Kinder viel zu früh zur Welt kommen, kann die Behandlung in den ersten Tagen über Leben und Tod entscheiden. Um die Qualität ihrer Betreuung zu verbessern, werden in Niedersachsen bereits seit den 1970er Jahren Daten von Frühgeborenen und ihren Müttern gesammelt. Hierzu zählt seit 2004 auch ein Projekt, bei dem bisher mehr als 1.600 sehr kleine Frühgeborene im Alter von zwei, fünf und teilweise auch zehn Jahren nachuntersucht wurden. Diese Langzeituntersuchung sei bundesweit einmalig, sagte Silvia Berlage, die das Projekt bei der Ärztekammer Niedersachsen koordiniert. "Die Ergebnisse geben wichtige Impulse zur späteren Therapie."

Nahezu jedes zehnte Kind in Deutschland wird vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren und gilt damit als Frühchen. Jährlich kommen bundesweit etwa 9.000 Mädchen und Jungen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm zur Welt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte 2013 strengere Vorgaben für die Versorgung von Frühchen in sogenannten Perinatalzentren beschlossen. So sind mehr Kinderkrankenschwestern zur Betreuung der Winzlinge notwendig, von denen zudem viele speziell geschult sein müssen.

An der Medizinischen Hochschule Hannover werden auf der Intensivstation für Früh- und Neugeborene jährlich 500 bis 600 Kinder behandelt, darunter etwa 120 Frühgeborene unter 1.500 Gramm. Auf dem Gang hängen bunte kleine Delfine, Seepferdchen und Seesterne mit Namen, Geburtstag und Geburtsgewicht, manche leichter als 500 Gramm. Die ärztlichen Leitlinien sehen vor, dass ab der vollendeten 24. Woche grundsätzlich versucht werden soll, das Leben eines Neugeborenen zu retten. Bei Geburten zwischen der 22. und 24. Woche wird gemeinsam mit Eltern entschieden, ob Maßnahmen wie die Beatmung des Kindes eingeleitet werden.

Kritische Phase zwischen 22. und 25. Schwangerschaftswoche

"Zwischen der 23. und 24. Woche überleben etwa die Hälfte der Kinder, zwischen der 24. und 25. Woche schon 80 Prozent", sagte die Oberärztin Bettina Bohnhorst. Sie plädiert dafür, den Babys eine Chance zu geben. Allerdings sterben auf der Station auch jeden Monat etwa zwei Kinder - oft Säuglinge, die mit schweren Fehlbildungen zur Welt kamen. Seit kurzem gibt es für die Familien, deren Kind im Sterben liegt, einen Abschiedsraum auf der Station. Die Eltern eines unheilbar kranken kleinen Jungen, der im Alter von zwei Monaten in der MHH gestorben war, hatten eine Spendenaktion für das seit langem geplante Abschiedszimmer organisiert.

Das Perinatalzentrum an der MHH ist mit der höchsten Anforderungsstufe Level 1 eingestuft, so wie zwölf andere Kliniken in Niedersachsen. Sieben haben das Level 2. Der Ärztekammer zufolge gibt es einen regelmäßigen Austausch zwischen den Zentren. Durch den medizinischen Fortschritt in der Geburtshilfe und Neugeborenenversorgung überleben heute in Deutschland 80 Prozent der Kinder, die unter 28 Schwangerschaftswochen geboren werden, in den späten 70er Jahren waren es nur 30 Prozent.

Wie erste Ergebnisse der niedersächsischen Langzeituntersuchung zeigen, waren jedoch 14,1 Prozent der extrem unreifen Frühgeborenen bei der Nachuntersuchung im Alter von fünf Jahren geistig und 17,4 Prozent körperlich behindert. 33,1 Prozent zeigten Verhaltens- und 40,4 Prozent sprachliche Auffälligkeiten. Die Eltern werden in Sozialpädiatrischen Zentren unterstützt. Unter anderem gebe es ein neues an der Uni Heidelberg entwickeltes Eltern-Kind-Programm, um frühzeitig emotionalen Problemen oder Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle entgegenzuwirken, sagte Berlage. Dies werde jetzt auch in Niedersachsen angeboten.