Pflegedienste müssen immer häufiger Senioren abweisen

Der Pflegenotstand macht sich nicht nur in Krankenhäusern bemerkbar. Gerade ambulante Dienste, die Menschen zuhause helfen, weisen vermehrt Pflegebedürftige ab. Die Dienste verzweifeln.

Ambulante Pflege ist aus dem Blick geraten

Der Pflegenotstand macht sich nicht nur in Krankenhäusern bemerkbar. Gerade ambulante Dienste, die Menschen zuhause helfen, weisen vermehrt Pflegebedürftige ab. Die Dienste verzweifeln.

Ambulante Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen müssen nach Angaben ihrer Dachverbände zunehmend Menschen wegschicken. "Sieben von zehn Einrichtungen sind jeden Tag damit befasst, Kunden abzuweisen", sagte Hans Peter Knips, Landesbeauftragter des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA). Das Problem sei etwa seit einem Jahr Thema. "Wir haben das laufend auf dem Schirm." Der Verband betreut über 700 private Dienste in NRW. Die Dienste besuchen ihre Kunden - oft Senioren - zu Hause, wo sie etwa bei der Medikamenteneinnahme, beim Anziehen, Waschen oder im Haushalt helfen.

Auch die Freie Wohlfahrtspflege NRW kennt das Problem. Der Zusammenschluss von Verbänden wie AWO, Caritas oder Paritätischer Wohlfahrtsverband verzeichnete bei einer Stichprobenerhebung im April 2.600 Absagen. Weil nur ein Teil der 850 zugehörigen Dienste Zahlen lieferte, gehe man aber tatsächlich von rund 10.000 Fällen aus, sagte Sprecher Reinhard van Spankeren. "Gefühlt ist das ein langsam wachsender Trend."

Nach Meinung des BPA-Landesbeauftragten Knips hat die Entwicklung vor allem mit dem demografischen Wandel zu tun: "Die Menschen werden immer älter und pflegebedürftiger." Und mit Einführung der neuen Pflegegrade sei der Anteil potenzieller Kunden noch einmal gewachsen. "Das schlägt zusätzlich ins Gewicht." Auf der anderen Seite fehle das Personal. "Wir kommen einfach nicht mehr nach, neue Leute nachzuholen", sagte Knips, der von einer katastrophalen Situation spricht: "Mich rufen Träger an und sind am Heulen. Töchter sind fix und fertig, weil sie nicht wissen, wie sie die Mutter versorgen wollen."

In der derzeitigen Pflegedebatte konzentrierten sich alle auf die stationäre Versorgung, sagte auch van Spankeren von der Freien Wohlfahrtspflege. In der ambulanten Pflege aber "liegt der wesentliche Schlüssel der gesundheitlichen Versorgung".

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